LASTRUP - Die Bedeutung der kulturellen Bildung auch und besonders im ländlichen Raum hat Professor Dr. Johanna Wanka, Ministerin für Wissenschaft und Kultur, am Sonnabend beim Münsterlandtag 2011 des Heimatbundes Oldenburger Münsterland in Lastrup hervorgehoben. In der festlich geschmückten Sporthalle feierten zahlreiche Ehrengäste aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur gemeinsam mit Besuchern aus den beiden Landkreisen Vechta und Cloppenburg.
Die gastgebende Gemeinde Lastrup präsentierte am Nachmittag mit einem bunten Festprogramm ihr reiches Vereins- und Kulturleben. Bürgermeister Michael Kramer berichtet, dass es die Gemeinde auch in diesem Jahr geschafft habe, Investitionen in Millionenhöhe zu tätigen, ohne dabei in die Verschuldung abzurutschen. Auch bei der Arbeitslosenquote liegt Lastrup mit 4,9 Prozent unter dem ohnehin niedrigen Cloppenburger Durchschnittswert.
Landrat Hans Eveslage erklärte, dass die gute wirtschaftliche Entwicklung vor allem den hiesigen Unternehmen und besonders den inhabergeführten mittelständischen Unternehmen zu verdanken sei. Aber das Oldenburger Münsterland lebe auch vom Engagement der Bürger. „Wer aus Überzeugung im Oldenburger Münsterland lebt, der ist auch bereit, Verantwortung zu übernehmen und zum Beispiel im caritativen oder kulturellen Bereich mitzuarbeiten.“
Ministerin Wanka betonte mit Blick auf die demografische Entwicklung, dass Bildung und vor allem auch gezielte Weiterbildung wichtig seien, um die wirtschaftliche Entwicklung und somit den Wohlstand der Region zu erhalten. Bildung fange bereits im Elternhaus an, betonte die Ministerin und appellierte, den Kindern wieder mehr vorzulesen, da dies der erste und vielleicht entscheidende Impuls für Bildung sei. Auch eine frühe musische Erziehung wirke sich positiv auf den späteren schulischen Lernerfolg der Kinder aus. Durch das Projekt „Wir machen die Musik“, das sich an Kindergärten und Grundschulen wende, sollten in Zukunft möglichst alle Kinder eine musische Grundbildung erhalten.
Wanka lobte die kulturelle Arbeit vor Ort, die zum großen Teil von Ehrenamtlichen getragen werde. „Der Kulturschatz Ehrenamt zeichnet diese Region aus“, betonte die Ministerin und lobte das Engagement vieler Jugendlicher in den örtlichen Vereinen und kulturellen Einrichtungen. Aus diesem Grund freue sie sich besonders, den Preisträgern der erstmals vergebenen Auszeichnung „Schülerpreis Oldenburger Münsterland“ persönlich zu gratulieren.
Die Grundschule Hemmelte wurde für das Projekt „Unser Wald“ mit dem ersten Preis belohnt. Die St.-Martin-Schule Bösel erhielt für den neu gestalteten Schulgarten den zweiten Platz. Den dritten Rang teilen sich die Kardinal-von-Galen-Schule Dinklage für die Waldtage im Dinklager Burgwald und die Katholische Grundschule Peheim für den Bau eines Fachwerkhauses. Im Sekundarbereich I erreichte die Anne-Frank-Schule Molbergen für das Projekt „Molberger Meilen“ den ersten Platz. Die Haupt- und Realschule Leharstraße Cloppenburg für das Projekt „Würdenträger“ konnte sich über den zweiten Platz freuen, und die Benediktschule Visbek wurde für die Exkursionen in die Bauerschaften der Gemeinde Visbek zum Benedikttag mit dem dritten Platz ausgezeichnet. Im Bereich Gymnasiale Oberstufe wurde Henrik Lübke für seine Facharbeit „Die Bedeutung des Logistikstandortes Niedersachsen am Beispiel der Wachstumsregion Hansalinie“ mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Felix Schwegmann erhielt für seine Facharbeit „Tiefflieger über Löningen: Eine Region wehrt sich“ den zweiten Preis, und Miriam Kampers wurde für ihre Facharbeit „Die Dinklager Burgen und ihre Bewohner“ mit dem dritten Platz belohnt. Ein Sonderpreis geht an die Liebfrauenschule Vechta und den Lehrer Arnold Kordes für das seit mehreren Jahren durchgeführte Seminarfach „Regionale Studien“.
