Jever - Es ist die intuitive Auseinandersetzung mit der Natur im jeverschen Schlossgarten, die künftig bei einem neuen naturpädagogischen Projekt des Schlossmuseums Jever in Kooperation mit Mobilum (Mobile Umweltbildung) im Mittelpunkt stehen soll. Kinder können dabei selbst nachempfinden, wie es sich anfühlt, als Saatkrähe im Schlosspark zu leben. Das Projekt unter dem Titel „Kleine Krähe ganz groß – Ein Tag im Leben der Saatkrähe Matilde“ soll den Kindern die krächzenden schwarzen Vögel näherbringen, die in den vergangenen Jahren in Jever zu hitzigen Diskussionen geführt haben.

„Es geht um Sympathie und Akzeptanz für diese intelligenten und sozialen Tiere“, sagt Naturpädagogin Petra Walentowitz. Das Projekt richtet sich an Grundschulklassen aus Jever, aber auch an Schulklassen aus dem gesamten Oldenburger Land. „Der Schlosspark mit den Saatkrähen, die hier einen ganz besonderen Lebensraum gefunden haben, soll zu einem außerschulischen Lernort werden“, sagt Professor Dr. Antje Sander. Man habe andernorts mit ähnlichen Projekten bereits sehr gute Erfahrungen gemacht.

Geplant ist, auch für die Eltern ein Infoblatt zur Saatkrähe zu erstellen. „Damit sie nachvollziehen können, was ihre Kinder erzählen“, sagt Walentowitz.

Nach einer Begrüßungsrunde werden die Kinder in zwei Gruppen aufgeteilt, wobei sich die eine Gruppe mit Grundinformationen rund um die Saatkrähe befasst, während die andere Gruppe die Saatkrähe als sozialen Vogel erleben kann. „Dabei können die Kinder sich alle Informationen selbst erarbeiten, es ist ein dynamischer Prozess bei dem die Kinder in Kontakt mit den Saatkrähen und der Natur treten“, sagt Susanne Ekhoff.

Die eine Gruppe lernt also zunächst, die Saatkrähe von anderen schwarzen Vögeln wie der Amsel, der Dohle und der Rabenkrähe zu unterscheiden. Das passiert anschaulich, indem die Kinder etwa Federn, kleine Säckchen, die so schwer sind wie die einzelnen Vogelarten, Körperlängen und Flügelspannweiten der Vögel richtig zuordnen. Dann lernen sie, wie eine Saatkrähe ihren Tag verbringt, welche Larven und Schädlinge sie frisst, welche wichtige Bedeutung sie für das Ökosystem hat und wie sie ihren Nachwuchs versorgt. Dabei lernen die Kinder auch, warum die Saatkrähen eigentlich so viel krächzen.

Unterstützt wird das Projekt von der JaWir-Stiftung und der Philipp-Orth-Stiftung.

Buchungen sind ab sofort unter Tel. 04461/969350 oder per E-Mail an die Adressen info@schlossmuseum.de oder an mobilum@friesland.de möglich.