Nordenham - Noch einmal selbst die Schulbank drücken und verschiedene Aufgaben mit dem Experimentierbaukasten lösen mussten 13 Lehrer und Referendare vom Gymnasium Nordenham, der Oberschule 1, der Schule am Luisenhof und aus Wilhelmshaven in der regionalen Chemielehrerfortbildung im Gymnasium Nordenham.
Die Referenten Gregor von Borstel und Manfred Eusterholz, beide selbst Chemielehrer an Gymnasien in der Nähe von Bonn, leiteten die Fortbildung im Chemieraum des Nordenhamer Gymnasiums.
Mitgebracht hatten sie Experimentierkästen, die mit medizintechnischen Geräten, wie zum Beispiel mit Spritzen und Kanülen in verschiedenen Größen, bestückt waren.
Lebensnaher Unterricht
Ziel der Fortbildung war es, den Schülern kreatives Experimentieren unter gefahrenarmen Bedingungen zu ermöglichen, erklärte Gregor von Borstel, der solche Fortbildungen bereits seit zehn Jahren an Schulen in ganz Deutschland anbietet. Gemeinsam mit seinem Kollegen Manfred Eusterholz stellt er Materialien für einen lebensnahen Chemieunterricht zusammen.
„Es macht Spaß, weil die Lehrer merken, dass man Schüler mit Experimenten faszinieren und motivieren kann“, sagte der Referent. Natürlich stecke hinter jedem Experiment auch ein chemikalisches Phänomen.
Die medizinischen Spritzen seien besonders gut für den Einsatz im Unterricht geeignet, weil sie leicht zu handhaben, aber dennoch qualitativ hochwertig seien, erklärte Chemielehrer Hartmut Neumann, der die Fortbildung mit Hilfe des Oldenburger Fortbildungszentrums (OFZ) organisiert hatte.
Außerdem ermögliche das Material den Chemielehrern, die Aufgabenstellung zu öffnen. Die Schüler bekommen keine genaue Versuchsanleitung, sondern werden vor ein Problem gestellt, dass sie mit dem vorhandenen Material selbst lösen sollen. „So wird der Chemieunterricht auf einmal ganz attraktiv. Das ist die höchste Form des Experimentierens“, sagte Gregor von Borstel. Diese offene Aufgabenstellung sei für viele Schüler interessant, so der Experte.
Auf dem Lehrplan bei der Fortbildung in Nordenham standen vor allem Experimente mit Gegenständen oder Materialien, die die Schüler aus dem Alltag kennen.
In einem Experiment zum Thema Sauerstoff arbeiteten die Lehrer zum Beispiel mit Getränken, die speziell mit Sauerstoff angereichert sein sollen. Außerdem gingen sie der Frage, welche Gase und wie viel davon eigentlich in Brausepulver stecken auf den Grund. „Die Gase aus dem Brausepulver kann man zum Beispiel mit der Spritze auffangen, oder sie direkt darin herstellen“, erklärte Gregor von Borstel. Auch die Funktionsweise von Kalkentfernern, Handwärmern oder Wärmepflastern war Gegenstand der Experimente.
Schüler Involvieren
Teilnehmer und Chemielehrer Viktor Buchholz vom Gymnasium Nordenham war von dem Konzept begeistert. „Es ist großartig und bietet ganz viele Möglichkeiten, die Schüler zu involvieren“, sagte er. Die Aufbauten könnten einfach konstruiert und ohne viel Aufwand umgesetzt werden. So könne er Schüler im Lernen unterstützen, befand Viktor Buchholz. „Mit diesem Kasten ist das Arbeiten von Klasse 6 bis 12 möglich“, sagte der Chemielehrer begeistert.
Hartmut Neumann freute sich, dass er die Fortbildung diesmal direkt an seine Schule holen konnte. „So haben wir natürlich den Vorteil, dass wir alle Kollegen freistellen konnten“, sagte der Chemielehrer. Denn auch Lehrer sollten regelmäßig Neues dazu lernen.
