Bad Zwischenahn - In einem „offenen Brief“ an Ratsfraktionen, Verwaltung und Gemeindeelternrat hat das Kollegium der Realschule sich in der Diskussion um eine Integrierte Gesamtschule (IGS) zu Wort gemeldet. Die Lehrer haben den Brief nach eigenen Angaben „mit großer mehrheitlicher Unterstützung“ verfasst.

In dem Brief heißt es unter anderem: „Allein die Einrichtung einer IGS in Bad Zwischenahn kann ein Abwandern von Schülern nicht verhindern. Dies hätte man höchstens durch die bereits 2012 angedachte Einrichtung einer Oberschule in Bad Zwischenahn aufhalten können.“ Mit Blick auf die Hauptschule und die Realschule, die durch die IGS ersetzt würden, fordern die Lehrer: „Zwei etablierte Schulen, die (...) ein vielfältiges, anspruchsvolles Schulleben aufgebaut haben, dürfen nicht so einfach aufgegeben werden.“

Das Realschulkollegium verweist zudem auf die Zukunft: „Bis sich die grundlegende schulische Neuorientierung einer IGS als strukturell ausgereift und als nachhaltig bewährt erweist, vergeht mindestens ein Jahrzehnt.“ Hinzu kämen erhebliche Folgekosten durch Personal, Ausstattung und Schülertransporten aus den umliegenden Gemeinden. Das Realschulkollegium befürchtet eine Störung des Schulfriedens in der Gemeinde und der guten Zusammenarbeit der verschiedenen Schulen sowie einen Konkurrenzkampf der IGS und des Gymnasiums.

An diesem Dienstag befasst sich (wie berichtet) der Schulausschuss mit der Elternbefragung, die die Gemeinde vor der möglichen Beantragung einer IGS plant. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18 Uhr im Haus Brandstätter, Am Brink 5.

Am Montagabend hatte die CDU auf einer Infoveranstaltung über die IGS informiert. Einen Bericht lesen Sie in der nächsten NWZ-Ausgabe.

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)