Wildeshausen - Schulfahrten sind unvergessliche Erlebnisse und „unendlich wertvoll“ – so steht es auf der Internetseite des Gymnasiums Wildeshausen. Die Jungen und Mädchen der Schule müssen jedoch bis auf weiteres auf diese Erlebnisse verzichten. Ab dem Schuljahr 2014/15 fallen sämtliche Klassen- und Kursfahrten aus – auch die, die bereits geplant, gebucht und angezahlt sind. So hat es die Personalversammlung nach übereinstimmenden Informationen beschlossen.
Schulleiter Ralf Schirakowski bestätigte auf Nachfrage der NWZ : „Da ist etwas dran.“ Einzelheiten ließ Schirakowski mit Verweis auf den Personalrat offen: „Das ist keine Entscheidung von mir, sondern eine des Personals.“
Die Lehrer wollen mit dem Boykott gegen das Vorhaben der rot-grünen Landesregierung protestieren, die Arbeitszeit der Gymnasiallehrer um eine Unterrichtsstunde pro Woche zu erhöhen. Zudem plant Rot/Grün, die Zusage zurückzunehmen, nach der Lehrer ab 55 Jahre ab dem nächsten Schuljahr eine Stunde und ab 60 Jahre zwei Stunden weniger pro Woche unterrichten sollten.
Personalratsmitglied Amke Hangen wollte den Boykott von Klassenfahrten am Mittwoch nicht bestätigen. Am kommenden Montag würden an die Schüler Elternbriefe verteilt, in denen die Beschlüsse der Personalversammlung offiziell mitgeteilt werden sollen. Vorher wolle man sich nicht äußern.
Viele Schüler kennen die Beschlüsse aber bereits, bei Facebook ist es ein großes Thema. Im elften Jahrgang stehen die Seminarfahrten an, die meisten sind längst geplant. Diese Fahrten sind in der Regel für die Schüler die letzten ihrer Schulzeit. Jahrgangssprecher Jan-Henrik Wulf sagte auf NWZ -Anfrage, viele Schüler seines Jahrgangs fühlten sich „instrumentalisiert“. Es gebe zwar viel Verständnis für den Unmut der Lehrer. Die Schüler würden aber „unfair behandelt“. Ein schwacher Trost: Die Stornierungskosten wolle das Kollegium übernehmen. Laut Wulf überlegen die Schüler seines Jahrgangs, gegen den Boykott zu protestieren.
Am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Ahlhorn steht die Entscheidung noch aus. Am Dienstag, 14. Januar, gibt es eine Personalversammlung. Dann soll entschieden werden, „wie wir dieser Zumutung der erheblichen Mehrbelastung begegnen“, sagte Schulleiter Wolfgang Reich-Kornett. Auch am GAG gibt es noch keine Entscheidung. „Das wird derzeit diskutiert“, sagte Schulleiter Wolfgang Schoedel.
