Wildeshausen - Der Personalrat des Gymnasiums Wildeshausen hat am Montag in einem Elternbrief erstmals Stellung zum Klassenfahrt-Streik bezogen. „Ich denke, dass den Schülern bisher noch nicht klar war, warum die Lehrer das machen“, sagte Schülersprecherin Rike Hannekum auf NWZ -Nachfrage. Durch den Brief sei jetzt einiges klarer geworden.

Bereits vergangene Woche war herausgekommen, dass ab dem kommenden Schuljahr alle Klassen und Seminarfahrten ausfallen sollen. Einzige Ausnahmen: Austauschfahrten, Wandertage und das Comenius-Projekt.

In dem dreiseitigen Schreiben, das auch auf der Internet-Seite der Schule steht, bittet der Personalrat um das Verständnis von Eltern und Schülern. „Da unsere Arbeitsbedingungen seit Jahren immer schwieriger geworden sind, ist jetzt der Punkt erreicht, an dem wir aus pädagogischer Verantwortung und als Zeichen des Protests handeln müssen“, heißt es.

Mit dem Boykott wollen die Wildeshauser Pädagogen wie viele andere niedersächsische Lehrer gegen das Vorhaben der rot-grünen Landesregierung protestieren, die Arbeitszeit der Gymnasiallehrer um eine Unterrichtsstunde pro Woche zu erhöhen und von der Vorgängerregierung zugesagte Vergünstigungen für ältere Lehrer zu streichen. Der Klassenfahrt-Boykott sei die „einzig legale Maßnahme“, gegen die Pläne der Landesregierung zu protestieren und die Arbeitsbelastung zu reduzieren, heißt es in dem Schreiben.

In der nächsten Woche kommt laut Hannekum die Schülervertretung zusammen. Dann soll diskutiert werden, wie die Schüler auf den Protest ihrer Lehrer reagieren wollen.