Thüle - So kann Bildung gelingen: „Wenn Kinder gerne zur Schule gehen, lernen sie auch gerne“, sagt Elsbeth Hömmken. Das größte Lob für sie: „Wenn die Schüler sich nach den Ferien wieder auf die Schule freuen.“
Ein wenig getrübt sein dürfte die Freude bei manchem Schüler, nach den kurzen Zeugnisferien an die Grundschule Thüle zurückzukehren. Denn dann wird Elsbeth Hömmken nicht mehr Rektorin sein. Sie feiert an diesem Freitag ihren Abschied. „Am liebsten würde ich arbeiten bis zur letzten Minute und dann einfach gehen“, sagt die 64 Jahre alte Schulleiterin mit einem Lächeln.
Eine Aussage, die recht ins Bild passen mag. Elsbeth Hömmken hat ihren Schuldienst immer als Dienst für das Kind begriffen. „Wer Kinder nicht mag, sollte nicht Lehrer werden“, sagt die Rektorin, die Pädagogin mit Leib und Seele ist. Und so ist es nicht verwunderlich, dass ihr ganz besonders die Schüler fehlen werden, wenn sie nach 45 Dienstjahren verabschiedet wird. Die aus Visbek im Landkreis Vechta stammende Pädagogin hatte ihr Abitur am Liebfrauengymnasium in Vechta abgelegt. Welchen Einfluss Pädagogen auf den Lebensweg von Kinder nehmen können, hat sie am eigenen Leib erfahren. Schon in frühen Jahren habe sie den Wunsch gehabt, Lehrerin zu werden, erinnert sich Elsbeth Hömmken. Inspiriert dazu hatte sie eine Lehrerin, die sie in der sechsten Klasse unterrichtet hatte. „Die Chemie stimmte“, sagt sie.
Nach dem Abitur studierte sie in Vechta die Fächer Mathematik, Biologie und Werken. Die erste Station, die Grundschule Lüsche, währte nur kurz, 1974 wechselte sie an die Grundschule Neuscharrel. Ein Jahr zuvor hatte sie Mann Gerd geheiratet und war mit ihm nach Markhausen gezogen. Ab 1975 unterrichtete sie ausschließlich an der Grundschule Thüle, leitete die Schule von 1976 bis 1984 kommissarisch, bevor sie Rektorin wurde.
„Die Thüler haben schon einmal gekämpft für den Erhalt der Grundschule“, erinnert sie sich. Sie glaubt: Würde die Grundschule aufgelöst, würden auch Strukturen im Dorf zerstört. „Kurze Wege für kurze Beine – hoffentlich bleiben die Politiker dabei.“ Derzeit werden in der Grundschule 60 Schüler unterrichtet. Sie alle individuell nach ihren Möglichkeiten zu fördern – diesen Anspruch hat die Schulleiterin. Inklusion sei daher der richtige Weg.
Auch das Thema Ganztagsschule werde eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger in der Schulleitung beschäftigen, ist Elsbeth Hömmken sicher: „Das muss kommen.“ Sie selber will ihre Zeit nun nutzen, um zu verreisen, zu malen, zu lesen, Fahrrad zu fahren.
