LEMWERDER - Nur wenn für Lemwerder eine wohnortnahe Beschulung der Kinder und Jugendlichen und die Zukunft des eigenen Gymnasiums abgesichert ist, hat die Gemeinde keine Einwände gegen die Einrichtung einer Gesamtschule in der Wesermarsch. Diesen Beschlussvorschlag formulierte am Donnerstagabend der Schulausschuss an den Rat der Gemeinde.
Zuvor hatte Astrid Bäkermann vom Landkreis über die aktuellen Prognosen zu den Schülerzahlen berichtet. Dabei wurde klar: An allen Schulen sind diese sinkend, auch in Lemwerder. So geht der Landkreis davon aus, dass im Schuljahr 2015/2016 noch 51 Jugendliche die Hauptschule besuchen (aktuell sind es 91). An der Realschule sollen es dann noch 146 von 200 und am Gymnasium 234 von 330 Schülern sein. Bäkermann machte deutlich, dass der Landkreis noch keine Meinung zu dem Thema habe, sondern derzeit noch die nötigen Informationen zusammengestellt würden.
Den Ausschlag für die Gesamtschul-Diskussion hatte ein Schreiben von Landrat Frank Eger aus dem Landkreis Oldenburg gegeben: Dort will man eine weitere Gesamtschule aufbauen, wenn Kooperationen mit umliegenden Gemeinden zustande kommen.
Sollte es dazu oder zu der Einrichtung einer Gesamtschule irgendwo in der Wesermarsch kommen, fürchtet Bürgermeister Hans-Joachim Beckmann, dass die Existenz der Schulen in Lemwerder gefährdet sein könnte: „Das kann für unsere Gemeinde ein Schuss nach hinten sein. Dann haben wir hier tolle Einrichtungen, nur die Schüler sind woanders. Wir sollten Landrat Eger nicht behilflich sein, seine Probleme zu unseren Lasten zu lösen.“ Das sieht auch Meinrad-M. Rohde von der SPD so und gibt noch zu bedenken, dass auch die Regierung bei den Gesamtschulen noch keinen klaren Kurs fahre. Über eine Kooperation mit dem Landkreis Oldenburg wenigstens nachdenken will Harald Schöne, Fraktionschef der FDP. Einen Standort in der Mitte der Wesermarsch hält er aber ebenfalls für uninteressant.
Einigkeit herrschte aber bei allen Beteiligten darin, dass die Sicherung des eigenen Schulstandortes oberste Priorität haben muss und dass deshalb gegenüber den Eltern in Bezug auf mögliche Konsequenzen mit offenen Karten gespielt werden muss.
