LEMWERDER - Die schulpolitische Sprecherin der Niedersächsischen Landtagsfraktion, Ina Korter war gemeinsam mit ihrem Parteikollegen von Bündnis 90/ die Grünen, Jürgen Janssen in die Begu gekommen, um über die neuen Oberschulen in der Wesermarsch aufzuklären. Wie berichtet, hat Kultusminister Dr. Bernd Althusmann (CDU) jetzt auch die Umwandlung der Eschhofschule genehmigt.

Die rasche Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen halten aber alle Parteimitglieder für eine überstürzte Mogelpackung. Viel mehr als ein einfaches Zusammenfassen beider Schulformen werde dabei nicht herauskommen, befürchten die Grünen, denn nach gültigen Erlassen ist die Zusammenarbeit lange gängige Praxis. Hauptgrund seien da eher die zu erwartenden Einsparungen.

Dünn besetzte Hauptschulklassen könne man künftig einfach in die bestehenden Realschulklassen integrieren. Standorte mit Gymnasialzweig seien bei den Oberschulen mit höchstens 20 Prozent die Ausnahmen.

Als Befürworter von Gesamtschulen war es immer Ziel der Grünen, weg von dem gegliederten Schulsystem zu kommen. Allerdings nicht in dieser überstürzten Form. Jahrelang haben sich die regierenden Parteien in Niedersachsen für eine Gliederung in Haupt-, Real- und Gymnasialzweige stark gemacht, mit dem Ergebnis, dass inzwischen viele Hauptschulen wegen Schülermangel kurz vor der Schließung stehen.

Die Gründung von Gesamtschulen wurde mit der Auflage von extra hohen Hürden verhindert. „Dennoch haben es einige Schulen geschafft“, erklärte die schulpolitische Sprecherin und nannte als Beispiel die Lichtenberg- Gesamtschule in Göttingen. Auch wenn das Konzept dort anfangs kritisch beäugt wurde, erhielt die Schule in diesem Jahr sogar den Deutschen Schulpreis von Bundespräsident Christian Wulff überreicht. „Dabei hätte die Partei des damaligen Niedersächsischen Ministerpräsidenten diese Schulform von 2003 bis 2008 am liebsten verboten“, erinnert sich Ina Korter. Brake, findet sie, sei ein geeigneter Standort für eine Gesamtschule.

Auch bei der Lehrerausbildung sei schon lange eine Reform überfällig, sind sich Ina Korter und Jürgen Janssen einig: „Kaum Praxis findet während des Studiums statt. Wenn das Referendariat am Ende der Studienzeit den Studenten zeigt, dass es die falsche Berufswahl ist, kehren die meisten nicht mehr um. Zu viel Zeit und Geld wurde dann schon investiert.“