Lemwerder - In der Eschhofschule wurde den Kindern einen Tag vor der Zeugnisausgabe noch einmal ins Gedächtnis gerufen, dass es sich lohnt zu kämpfen. Anstatt einfach die drohende Schulschließung hinzunehmen, hatten sich alle nach der Hiobsbotschaft im vergangenen August für den Erhalt der Lemwerderaner Oberschule eingesetzt.

An vorderster Front dabei waren Tatjana Winterboer und Ute Volbers vom Förderverein, die mittlerweile von vielen „Die Marmeladenqueens“ genannt werden. Mit dem Herstellen und dem Verkauf des süßen Brotaufstrichs sorgten die beiden Frauen nämlich für das Geld, das für den Protest notwendig war und das allein aus der Kasse des Fördervereins nicht zu stemmen gewesen wäre.

Zum Glück sei der Fortbestand der Schule erst einmal gesichert und es könne sich wieder ohne Angst aufs Wesentliche konzentriert werden, hieß es jetzt bei einem großen Frühstück, zu dem alle Schüler und Lehrer von dem restlichen „Marmeladen-Geld“ eingeladen waren. Während es sich alle klassenweise in der Mensa schmecken ließen, übernahm die Schülerfirma „Nice Food BRO“ das Catering mit appetitlich angerichtetem Obst, Gemüse, Aufschnitt, Getränken.

Sie sei froh, dass es hier weiter geht, sagte Fünftklässlerin Emily, die sich das Frühstück mit ihren Freundinnen schmecken ließ. Noch froher zeigten sich die älteren Jugendlichen darüber, nicht noch kurz vor dem Abschluss die wohnortnahe Schule wechseln zu müssen. Bürgermeisterin Regina Neuke nutzte gerne die Gelegenheit, für das gute Zusammenspiel aller zu danken. „Wir haben vielleicht wenige Schüler, aber ein sensationelles Angebot. Und Probleme lassen sich lösen“, verdeutlichte Lehrer Kristian Lellbach anhand des Französisch-Unterrichts. Die beiden Sechstklässler, die daran teilnehmen wollten, werden jetzt einfach mit dem E-Auto der Gemeinde nach Berne gefahren. Auch die Zusammenarbeit mit dem benachbarten Gymnasium mit Musik-, Tennis- oder Sanitätsausbildungs-AG’s funktioniere.

„Die Motivation ist wieder voll da und der Blick nach vorne gerichtet. Das Frühstück ist ein Zeichen, dass auch durchaus positive Dinge in dieser Schule passieren“, sagte Schulleiter Andreas Diercks. Positiv sei auch der Digitalpakt, der im kommenden Jahr sowohl der Oberschule als auch dem Gymnasium zugutekommen wird. Noch in diesem Jahr wird in den Toiletten der Oberschule für Barrierefreiheit gesorgt.