Lemwerder - Überrascht reagierten die Fraktionsvorsitzenden der SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP sowie UW im Kreistag auf die Entscheidung von Landrat Thomas Brückmann, den von der Verwaltung auf die Tagesordnung des Kreis-Schulausschusses gesetzten Punkt „Zusammenlegung der Oberschulen Lemwerder und Berne“ wieder abzusetzen.
Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Schließung der Eschhofschule Lemwerder vom Tisch sei. Auch eine für Montag, 23. September, geplante schulinterne Informationsveranstaltung für Eltern-, Schul- und Gemeindevertreter sowie den Mitgliedern des Schulausschusses zu der Thematik wurde abgesagt.
„Hintergrund ist, dass durch diese Verschiebung der gewünschte, erwartete Dialog geführt werden kann und Eltern sowie Bürgerinnen und Bürger mehr Zeit erhalten, sich zu informieren und Stellungnahmen zu verfassen“, so die Begründung in der Presseerklärung des Landrats vom 23. August.
„Wir betrachten es mit großer Sorge und mit Unverständnis, dass Sie als Landrat ein mit allen Fraktionen und den anderen Beteiligten vereinbartes Verfahren sowie den Dialogtermin einseitig und ohne jegliche Absprache absagen“, schreiben die Fraktionsvertreter an den Landrat. Und weiter: „Die Schlüssigkeit Ihres Zitats in der Pressemitteilung: ,Lehrer, Eltern, Schüler (...) werden nun wieder beruhigter in die Zukunft schauen können’ erschließt sich uns nicht.“
Am Mittwochnachmittag hatten sich die Fraktionsvorsitzenden der vier Fraktionen – Hans Francksen (SPD), Jürgen Janssen (Bündnis 90/Die Grünen), Manfred Wolf (FDP) und Olaf Michalowski (UW) – zu einer Gesprächsrunde mit Elternvertretern und Bürgermeisterin Regina Neuke getroffen. Die Sorge „um den Erhalt ihrer Schule“ habe sich nicht erledigt. „Vielmehr hat sich dort ein Bewusstsein entwickelt, dass die Zukunftsfähigkeit der Oberschule Lemwerder nur dann gesichert werden kann, wenn eine Stärkenprofilierung gelingt.“
Basierend auf den Vorschlägen der Elternvertretung, beantragen die vier Fraktionsvorsitzenden, dass die Kreisverwaltung einen Workshops organisieren soll. Diese habe das Ziel, gesicherte Strukturen und Profile zur Fortführung der OBS Lemwerder zu erarbeiten.
Anhängig an die Mitteilung der Fraktionsvorsitzenden ist ein Vorschlag, wer an diesem Workshops teilnehmen soll. Außerdem ist ersichtlich, dass der Workshop in zwei Phasen gegliedert werden soll.
Der Workshop soll laut Francksen dazu beitragen, die Diskussion auf die Sachebene zurückzubringen. „Es ist nicht alles in Butter. Man muss jetzt fundamental an das Problem herangehen. Ein ,Weiter so’ bringt nichts“, ist Francksen überzeugt und wirft dem Landrat vor, die Diskussionsphase durch seine Entscheidung beendet zu haben. „Man muss jetzt reagieren und nicht in zwei Jahren“, fordert er.
Die Fraktionsvorsitzenden gehen zudem davon aus, dass der Antrag in der nächsten Ausschusssitzung im November behandelt wird.
