Lemwerder - Mehr Kinder, mehr Klassen: die Grundschule Lemwerder rechnet in diesem Sommer mit 57 neuen Schülern und damit erneut mit einem dreizügigen ersten Jahrgang (die aktuelle Teilungsgrenze liegt bei 26 Schülern pro Klasse). Auch die jetzigen Erstklässler sind bereits auf drei Klassen aufgeteilt.
Um den ansteigenden Schülerzahlen zu begegnen, muss bis zum neuen Schuljahr ein neuer Klassenraum am Standort Deichshausen geschaffen werden. Dort soll die geplante Klassencontainerlösung nun um einen Raum aufgestockt werden. Die Pläne wurden am Donnerstag im Schulausschuss vorgestellt. Die Idee aus den Fraktionen, die Container nebeneinander aufzustellen, wurde von der Schulleitung als nicht umsetzbar eingeschätzt, da zu viel Spielfläche verloren gehe. Die Wiese neben dem Schulhof könne im Winter und Frühjahr wegen zu großer Nässe nicht genutzt werden.
Brigitta Rosenow (Bündnis 90/Die Grünen) nutzte die Diskussion für eine grundsätzliche persönliche Entschuldigung für die Schulpolitik der vergangenen Jahre. „Für diese desolate Lage im Moment bin ich mitverantwortlich. Die Schließung der Grundschule West war der Anfang davon. Das tut mir jetzt noch leid“, sagte sie. Sie schlug außerdem vor, die Klassen der Grundschule so auf beide Standorte zu verteilen, dass ein weiterer Container verhindert würde.
Schulleiterin Eike Glimm lehnte diese Idee ab – man könne die Klassen nicht hin und herschicken. Außerdem seien spätestens in zwei Jahren am Standort Mitte wieder alle Räume belegt. Dort würden die jetzt endlich zur Verfügung stehenden Fachräume dringend gebraucht. „Es war klar, dass ein Container kommt. Der zweite ist jetzt nicht schlimmer als der erste“, sagte sie.
Bürgermeisterin Regina Neuke sagte, man müsse jetzt „durchs Loch kommen“ und vernünftig für die Zukunft planen. Sie machte noch einmal deutlich, dass die Containerlösung nicht die Festlegung auf einen Standort für eine zentrale Grundschule bedeute. Wie die Organisation der Grundschule und der Nachmittagsbetreuung in Lemwerder zukünftig gelöst werden soll, wird derzeit noch im Arbeitskreis Bildung und Betreuung besprochen.
Schulelternvertreter Oliver Hildebrandt appellierte an die Politiker, bei zukünftigen Beschlüssen zur Grundschule großzügiger zu planen. „Die Eltern wünschen sich Kontinuität“, sagte er. Die Preisdiskussionen in den Ausschüssen um wenige 1000 Euro würden auf wenig Verständnis stoßen.
Gegen die Vorwürfe einer schlechten Planung für die Grundschulen wehrte sich Meinrad Rohde (SPD). „Wir sind im Jahr 2014 von anderen Zahlen ausgegangen. Nach damaligen Rechnungen würden wir heute glänzend dastehen.“
