LEMWERDER - „Christopher Perkins, Sara von Lübken, Melike Bouguern, Pascal Sosna, Finja Schmidtke, Adrian Sweering und Yeliz Türkcan sind vom heutigen Tage an offizielle Streitschlichter der Eschhofschule Lemwerder.“ So besagt es die auf Zeugnispapier gedruckte Streitschlichter-Urkunde, die den Schülerinnen und Schülern von dem Sozialpädagogen Alexander Heppner verliehen wurde. In den nächsten Tagen werden sich die Jungs und Mädels der 8. und 9. Klassen in den einzelnen Klassen vorstellen und treten damit in die Fußstapfen der im vergangenen Jahr ausgebildeten Mediatoren, die als Zehntklässler nur noch wenige Monate in der Schule verweilen werden.
Die Schülerinnen und Schüler wurden von den Sozialpädagogen Wiebke Damm und Alexander Heppner gezielt angesprochen und haben seit den Sommerferien in einer Arbeitsgemeinschaft die Streitschlichterausbildung absolviert. Was sind eigentlich Konflikte und wie kann man sie lösen, waren Fragen, mit denen sich die Arbeitsgemeinschaft auseinandergesetzt hat. An Schulen stehen Streitereien nahezu auf der Tagesordnung und sind auch ganz normal, haben die Mädchen und Jungs gelernt. Dass diese aber nicht in Prügeleien münden müssen, sondern auch gewaltfrei gelöst werden können, dafür wollen sich die Haupt- und Realschüler nun einsetzen. Dazu wurden u.a. die einzelnen Phasen der Streitschlichtung in Rollenspielen erprobt.
„Die hat Alkoholiker zu mir gesagt, und das lasse ich mir nicht gefallen!“, empört sich Christopher zusammen mit Yeliz vor den Mediatoren Melike und Sara. Natürlich geht es dabei nicht ohne Gekicher ab. Die Gruppe probt nämlich gerade nur den Ernstfall. Den Mediatorinnen gelingt es, beide Konfliktparteien zum Unterzeichnen eines Einigungsformulars zu bewegen, auf das sich die Beteiligten bei einem Wiederholungsfall berufen können.
Leider steht den Streitschlichtern wegen der laufenden Umbaumaßnahmen in der Schule kein Besprechungsraum zur Verfügung. Trotzdem will sich die Gruppe einmal wöchentlich zum Erfahrungsaustausch und zur Fallreflexion treffen und vor allem über Werbemaßnahmen beraten. Die Schülerinnen und Schüler haben überdies die Möglichkeit, anonym einen in der Pausenhalle aufgehängten „Kummerkasten“ zu nutzen, wenn sie sich nicht „outen“ möchten.
