Lemwerder - „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ – sofort ist dank des neuen Schildes, das nun am Eingang der Eschhofschule hängt, erkennbar, nach welchem Leitbild hier miteinander umgegangen wird.
Die Idee, dort mitzumachen, sei von den Schülern gekommen, nachdem im vergangenen Jahr der „Pegida-Mann“ durch die Medien ging. „Auch hier wollte man ein Zeichen für Toleranz setzen“, freut sich Lehrer Volker Asche, der Berater der Schülervertreter ist, wie sehr sich die Lemwerderaner Jugendlichen mit dem Thema auseinandersetzen.
Per Unterschrift haben sich inzwischen so gut wie alle verpflichtet, respektvoll, freundlich und hilfsbereit miteinander umzugehen. Sich an Regeln zu halten und bei Verstößen die Konsequenzen zu tragen, gehört dazu, denn das stärke Eigenverantwortung und Selbstbewusstsein. Das Schild erinnere jetzt daran, dass das Vorhaben auch gelebt werden soll.
Diese Verpflichtung sei ein wichtiges Signal, hieß es in den Ansprachen von Constanze Schnepf und Regionalkoordinatorin Marie Wilke, die die Auszeichnung und Grüße vom niedersächsischen Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) überbrachten. Rund 300 Schulen mit 100 000 Schülern gehören bereits zu den Teilnehmern von „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“.
„Immer wieder zeigt sich, wie wichtig und notwendig das ist, um ohne Angst und Diskriminierung leben zu können“, appellierte Constanze Schnepf mit Blick auf Wahlplakate der Rechten in Hannover. Aber die beiden Frauen von der Oldenburger Antidiskriminierungsstelle IBIS waren nicht alleine gekommen. Sie wurden von Thulasi Tharumaligam begleitet, der eine wichtige Rolle an der Oberschule übernommen hat.
Der Profiboxer und WM-Teilnehmer steht der Eschhofschule ab sofort als Pate zur Seite. Toleranz und Fairness seien schließlich auch aus dem Sport nicht wegzudenken. Dort stehe man mit unterschiedlichen Kulturen in Verbindung, begründete er.
Eine enge Verbindung des 26-jährigen Sportlers zur Eschhofschule gibt es durch seine Schwester Bhaviththira Santheepan, die das Projekt als Sozialarbeiterin zusammen mit Kollegin Felicitas Steen begleitet.
Darüber, dass das alles ein langer Prozess ist, sind sich alle im Klaren. Wichtig sei, dass die Idee in der Schülerschaft entstand. Dass die Eschhofschule eine kleine Schule ist, mache ein Zusammenwachsen leichter, sieht Schulleiter Andreas Diercks der Zukunft positiv entgegen. Das Sommerfest, in dessen Rahmen die Auszeichnung stattfand, kam auf jeden Fall in Sachen Gemeinschaftsgefühl bestens an.
Mit Materialien, Beratung oder dem Austausch, wie beispielsweise auf dem geplanten Landestreffen im November, steht die Antidiskriminierungsstelle allen Teilnehmern zur Seite.
