LEMWERDER - Bei der Frage, wie lange Hedwig Woker eigentlich schon mit gleich gesinnten Frauen im Gemeindehaus der katholischen Kirche näht, kommt die Lemwerderanerin fast ins Grübeln. „Das müssen jetzt schon zehn Jahre sein“, so die Hobbyschneiderin. Ihre wöchentlichen Kurse finden am Dienstagsvormittag und am Donnerstagabend statt.

Zweimal im Jahr, nämlich im Frühjahr und Herbst, leitet Hedwig Woker einen Wochenend-Workshop. Für das letzte Wochenende hatten sich wieder acht Frauen aus Lemwerder und Umgebung angemeldet. „Wir sind mittlerweile schon eine richtige Stammmannschaft“, so Hedwig Woker. Ganz aus Oldenburg kam Kirsten Cordes, die in Lemwerder aufgewachsen ist und bereits in ihrer Schulzeit bei Hedwig Woker das Nähen gelernt hat.

Sie hat von der Leiterin viele hilfreiche Tricks und Kniffe gelernt und schätzt an dem Wochenend-Workshop vor allem die Ruhe und den Platz zum Ausbreiten sowie die Unterstützung in der Gemeinschaft. „Am Freitagabend kann man alles stehen und liegen lassen“, so die Oldenburgerin. Jeder bringt seine eigene Nähmaschine mit und dann darf geschneidert werden, was gefällt. Von Abendkleid, Jacke, Steppmantel, Pullover und Mütze reichte diesmal die Palette, die aus vielfältigsten Stoffen zurechtgeschnitten, geheftet und schließlich zusammengenäht wurde.

„Die ersten Stücke, die ich genäht habe, waren eine Hose für mich und meine Tochter“, berichtete Hedwig Woker, die sich das Nähen damals selbst beigebracht hat. In dem ersten Kurs, den die 60-Jährige geleitet hat, wurde Kinderbekleidung genäht. „Das war das, was ich mir selbst auch zugetraut hatte“, so Woker. Ihre jetzigen Fähigkeiten an der Nähmaschine hat sich die Lemwerderanerin durch viele Fortbildungen angeeignet. „Mir macht das Nähen immer noch Spaß und Freude“, behauptet die Leiterin auch nach so vielen Jahren noch.