LEMWERDER - Schule ist in Lemwerder immer ein aktuelles Thema. Das sieht auch Ina Korter, schulpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, so. „Wenn ich in Lemwerder Bürgermeisterin wäre, würde ich zusehen, dass hier eine Gesamtschule entsteht. Der Standort wäre ideal“, sagte die Abgeordnete bei einer öffentlichen Mitgliederversammlung im Landhaus Schröder. Gerade die Nähe von Sekundargymnasium und Eschhofschule böte gute Chancen für eine Kooperation.

Korter ging auf die von der CDU/FDP-Landtagsmehrheit vorgeschlagenen Änderungen des Schulgesetzes ein und erläuterte die darin enthaltenen Perspektiven für Gesamtschulen: Zum einen gebe es die kooperative Gesamtschule, die Haupt- und Realschulzweig sowie Gymnasium unter einem Dach – inklusive möglicher gemeinsamer Unterrichtseinheiten – vereine. In der Oberstufe bestünde die Möglichkeit, das Abitur nachKlasse 12 oder 13 abzulegen.

Daneben ging Korter auf das Modell der integrativen Gesamtschule ein, in der alle Schüler bis Klasse 10 gemeinsam unterrichtet werden. Dort wäre das Abitur nach Klasse 13 möglich. Letztere Variante sei besonders für Kinder interessant, die nur in bestimmten Bereichen Leistungsdefizite zeigen, meinte Korter. Aber: „Beide Modelle sind nur bei einer gleichzeitigen Umwandlung in eine Ganztagsschule möglich.“ Diese Aussicht weckte bei anwesenden Müttern wenig Begeisterung, da viele Lemwerderaner Schüler der Eschhofschule sowie des Gymnasiums als Folge eines „straffen Stundenplanes“ oft an bis zu drei Tagen in der Woche bis 16 Uhr in der Schule sind und danach noch Hausaufgaben erledigen müssen. Da bliebe für Sport und Hobbys kaum noch Zeit.

Korter stellte dann aber klar, dass der Vormittagsblock in echten Ganztagsschulen komplett anders durchstrukturiert sei. „Lernen, fördern und helfen geschieht in der Schule“, so Korter.

Lukas Müller, Gymnasiast und Mitglied der Grünen Jugend, knüpfte mit einem eigenen Erfahrungsbericht an den Landtagsantrag der Grünen an, „den Druck aus dem Turbo-Gymnasium zu nehmen“ und die Gymnasien in echte Ganztagsschulen umzuwandeln.

Aufgrund des großen Interesses an diesen Schulformen regte Korter eine eigene Info-Veranstaltung zum Thema Gesamt- bzw. Ganztagsschulen in Lemwerder an.

Weil die Diskussion über die Schulpolitik mehr Zeit als eigentlich geplant beansprucht hatte, verständigten sich die Wesermarsch-Grünen darauf, die übrigen Tagesordnungspunkte zu vertagen. Beschlossen wurde aber ein Solidaritätskonzert (u.a. mit Inga Rumpf) für die Gegner des geplanten Baus der Küstenautobahn A 22. Es soll im Juli stattfinden.