LEMWERDER - Es handelte sich bereits um das zehnte Wiedersehen. Organisiert werden die Treffen von Ingrid Köster.

von Axel zimmermann

LEMWERDER - 60 Jahre nach ihrem ersten Schultag trafen sich jetzt 22 ehemalige Schüler vor ihrem alten Schulgebäude, das heute zur Eschhofschule Lemwerder gehört. Die Ex-Schüler feierten dieses Mal ein kleines Jubiläum, denn sie trafen sich bereits zum zehnten Mal. „Das ist doch schon etwas Besonderes“, meinte Ingrid Köster, die die Treffen organisiert hatte.

Leider sind Namen und Adressen einiger Schüler nicht mehr in Erfahrung zu bringen, so Köster. Denn bereits zwei Jahre nach der Einschulung wurden 1948 mehrere der Schüler auf andere Schulen im Gemeindegebiet verteilt. Der Grund: In der damaligen Gemeinde Altenesch – mit den Ortsteilen Lemwerder, Deichshausen und Ritzenbüttel – fanden nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs viele Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten Aufnahme. Es mussten neue Behelfsschulen, eine Baracke auf dem Ritzenbütteler Sand und eine rein katholische Schule (gegenüber der Eschhofschule gelegen), gebaut werden.

Nachdem die so genannte Flüchtlingsschule auf dem Ritzenbütteler Sand 1952 abbrannte, wurde heute noch existierende Grundschule Lemwerder-West errichtet. Nach dem Bau der heutigen Haupt- und Realschule, der Eschhofschule, verschwand dann auch die Schulbaracke der katholischen Lehranstalt.

Als einziger Lehrer nahm Dirk Richter an dem Klassentreffen teil. In einem alten Klassenraum berichtete er von der Zeit vor 60 Jahren und zeigte ein Foto aus jenen Tagen, das die Erinnerungen an den ersten Schultag wieder lebendig werden ließ. Lebhaft tauschten sich die Ex-Schüler auch über die Schulspeisung, die gerade in den ersten Jahren nach dem Krieg für die Kinder von höchster Bedeutung war, aus.

Als weniger angenehm empfanden die Teilnehmer des Treffens die damals üblichen Erziehungsmethoden – Schläge mit dem Rohrstock standen häufig auf der Tagesordnung. „Wenn sich heute ein Lehrer solcher Erziehungsmethoden bedienen würde, könnte er seinen Beruf an den Nagel hängen“, meinte Richter.