LEMWERDER - „Gute Kinder waschen sich die Hände! Eins, zwei. . . aufstellen und marsch“, so klang es im ungewohnten Befehlston auf dem Schulhof der Grundschule Deichshausen, als Lehrerin Fräulein Piepenstock-Kreidequietsch mit ihrer ersten Klasse zur Sportstunde marschierte. Eine Woche lang haben sich die Schulanfänger mit dem Thema „Schulsport vor 60 Jahren“ beschäftigt und zum krönenden Abschluss der Projektwoche eine Sportstunde von damals einstudiert, um sie den Gästen der Jubiläumsfeier vorzuführen. „Den damaligen Umgangston fanden meine Schüler richtig lustig, so dass ich manchmal extra wiederholt ins Klassenzimmer treten musste“, lacht Lehrerin Fräulein Piepenstock-Kreidequietsch alias Julia Korte.
Alle Schüler der Grundschule Deichshausen beteiligten sich an der Projektwoche. Renate Latzke, Lehrerin der vierten Klasse, leitete während der Projektwoche die „Schule der Zukunft“. Hier stellten die Schüler dar, wie die Schule eines Tages aussehen könnte. Ging man ins nächste Klassenzimmer, wechselte man nicht nur die Räume, sondern auch die Zeiten. Statt einem „Austeilroboterhund“ lagen hier Schiefertafeln auf den Plätzen. Lehrerin Fräulein Breithaupt, alias Hiske Jacobi, hatte für die Projekttage aus dem Bremer Schulmuseum einen Koffer mit alten Fibeln und Schiefertafeln ausgeliehen. Ihre Schüler beschäftigten sich mit der richtigen Sitzhaltung, der Sütterlinschrift oder den damaligen Klassenregeln. Nicht nur die Lehrkräfte erhielten alte Namen, sondern auch die Kinder wurden beispielsweise auf Wolfgang, Elsa und Mathilda umgetauft, und die Besucher durften noch einmal eine Unterrichtsstunde aus längst vergangenen Zeiten miterleben. Neben Eltern und Geschwistern nahmen auch viele ehemalige Schüler oder Lehrer am Jubiläum teil. Zudem gab es eine Tombola – die Einnahmen sollen in die Kasse des Fördervereins fließen.
