LEMWERDER - Klassenlehrer Arne Warnken kann schon stolz sein auf „seine“ Jugendlichen. Die 14- bis 16-jährigen Jungen und Mädchen aus der Klasse 9 a des Gymnasiums Lemwerder haben während des Unterrichtsprojekts „Das Unternehmen“ bewiesen, dass sie ein Gespür für kaufmännisches Denken und Handeln haben. In drei Gruppen à 8 bis 9 Personen befassen sich die Schülerinnnen und Schüler bereits seit Dezember im Politik- und Wirtschaftsunterricht mit der Gründung von Schülerfirmen. Gestern, in der dritten Stunde, war es soweit für die Präsentation der Unternehmenskonzepte. Auch Schulleiterin Marianne Weigel nahm sich gerne Zeit, den Ausführungen zu folgen.

Mit dem Konzept einer Firma, die Klassenausflüge und -fahrten organisiert, hatte sich die erste Gruppe befasst. Präsentiert wurde die Unternehmensidee von Annika Bode und Marcella Puhlemann. Beim Namen standen Lateiner, Franzosen und Engländer Pate: „Discipuli voyage office“, zu deutsch Schüler-Reisebüro. Kundenfreundlich war die Idee der Jungen und Mädchen, bei der Auswahl der Unterkunft Hilfestellungen durch eine Abfrage der Zufriedenheit der Reiseteilnehmer mit den vermittelten Herbergen zu geben. Reiseleiter werden, so die Fixkosten-senkende Idee, auf Zeitarbeits-Vertragsbasis für die Firma tätig sein.

Der Ein- und Verkauf von Mappen, Heften, Stiften, Blöcken und derlei mehr, was man als Schüler so braucht, im Großhandel und der direkte Weiterverkauf an den Endkunden ist Unternehmensziel der Schülerfirma „Skub“, die unter dem Motto „Schnell kaufen und bezahlen“ antritt. Bestellt wird – ganz modern – via Internet. Philipp Stührmann und Rene Woelki, die das „Skub“-Konzept für ihre Gruppe präsentierten, überzeugten mit übersichtlich gestalteten Online-Einkaufsformularen.

Startkapital, Kontoverbindungen, Räumlichkeiten und einen Computer mit Internet-Anschluss bräuchten beide Schülerfirmen. Da war die dritte Unternehmensidee schon genügsamer – und bestechend durch eine ausgesprochen soziale Ausrichtung, nah an den Bedürfnissen der Jugendlichen: Eine Nachhilfefirma, die unter dem Namen „SuS“ (Schüler unterrichten Schüler) arbeitet und von Friederike Dähnhardt, Lara Rautenhaus und Elena Kuk präsentiert wurde. Die Nachhilfe ist für Schüler der fünften bis siebten Klassen vorgesehen, die „Lehrer“ kommen aus der achten und neunten Klasse. Unter dem Motto „Wir helfen jedem aus der Patsche“ will die Firma auch jenen Schülern, die aus Familien mit finanziell angespannter Lage kommen, einen Nachhilfeunterricht zu einem Doppelstunden-Preis von vier Euro ermöglichen. Auch der „Lehrer“ erhält vier Euro pro Doppelstunde. Unterrichtet er mehr als einen Schüler gleichzeitig, geht der Überschuss auf ein Konto, das der gesamten Schule zugute kommt.