LEMWERDER - Clowns, ein „Löwe“ sowie die Lamas „Spucki“ und „Rotzi“ hatten auf dem Schulhof das Sagen. Natürlich durfte auch ein Feuerspucker nicht fehlen.
von Anja Johannsmeyer
LEMWERDER - In der vergangenen Woche war der Schulhof der Grundschule Lemwerder-West war kaum wiederzuerkennen. Dort, wo sich sonst die Erst- bis Vierklässler tummelten, hatte der Zirkus Eldorado aus Lilienthal am Montag vergangener Woche sein Zelt aufgebaut. Bis zur Generalprobe am Freitag studierte die von Christa Thiel geleitete Zirkusfamilie mit den Schülerinnen und Schülern täglich zwei Stunden lang Kunststücke für die große Vorführung am vergangenen Sonnabend ein.Schon vor dem auf 15 Uhr angesetzten Showbeginn hatte sich die Schule in eine schillernde Zirkuswelt verwandelt. Schwungvolle Musik schallte den Besuchern entgegen und es duftete verführerisch nach Popcorn. Überall traf man auf geschminkte Kinder und alle Plätze im Zirkuszelt waren besetzt. Erwartungsvoll schauten die kleinen und großen Gäste in die Manege. Dann ging das Licht aus und die Vorstellung begann.
Den Anfang machte eine Gruppe Kinder mit einer atemberaubenden Trapeznummer, für die sie tosenden Applaus ernteten. Lehrerin Martina Ladberg musste vor Rührung und Freude ein paar Tränen wegdrücken.
Weiter gings mit einer graziösen tänzerischen Darbietung des mit Puscheln ausgestatteten Zirkusballets. Als die besten Cowboys von Lemwerder stellten neun Jungen ihr Können am Lasso unter Beweis und beendeten ihren Auftritt mit einer überraschenden Tanzeinlage. Besonders geschmeidig, fast schlangenartig, führten dann ein paar Schülerinnen eine Akrobatiknummer auf.
Selbstverständlich durften in einer Zirkusgala auch die Clowns nicht lange auf sich warten lassen. Gleich drei an der Zahl betraten bunt geschminkt die Manege. Doch sie riefen noch nach jemandem: Balou. Doch der schien nicht zu hören, so dass das Publikum auf drei lautstark mithelfen musste. Erst nach dem zweiten Versuch kam er, Balou der Bär. Hula-Hoop sollte er vorführen, doch dafür war er etwas zu dick. Mit großem Gelächter wurden die Clowns wieder verabschiedet.
Es folgte ein Weltrekordversuch: Noch nie zuvor war es gelungen, sieben sich auf einem Stab drehende Teller zu balancieren. Kevin Wolter wagte diese Attraktion und hatte Erfolg. Das Publikum applaudierte begeistert.
Nach einer zehnminütigen Pause ging es mit einer Ziegendressur weiter, gefolgt von einer Voltogiernummer auf dem Rücken von Pferd „Sultan“. Eine absolut gefährliche Raubtiernummer hatten die Löwendresseure einstudiert. Todesmutig betraten sie die Manege, mit ihnen der vermeintliche Löwe, der sich jedoch als kleiner, zotteliger, schwarzer Pudel entpuppte.
„Spannen sie die Regenschirme auf“, forderte der Zirkusdirektor die Eltern in der ersten Reihe auf und wünschte speziell diesen viel Spaß bei der nächsten Vorführung. Die beiden (echten!) Lamas „Spucki“ und „Rotzi“ wurden von ihren Dresseuren in die Manege geführt, wo sie gekonnt die eine oder andere Hürde übersprangen.
Für einen furiosen Abschluss der Gala sorgte ein Feuerspucker, umringt von den schönsten Bauchtänzerinnen, die die Grundschule Lemwerder-Mitte zu bieten hatte. Kurz: Ein aufregender Nachmittag ging mit dem großen Finale und allen Artisten in der Manege zu Ende. „Wenn die Kinder auch nicht viel aus ihrer Grundschulzeit in Erinnerung behalten werden, an ihren Zirkus erinnern sie sich bestimmt“, meinte Martina Ladberg.
