Ganderkesee - Es ist mittlerweile zu einem Erfolgsmodell geworden: das Nachhilfeprojekt „Schüler helfen Schülern" am Gymnasium und an der Oberschule Ganderkesee. Die Idee dahinter: Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 und 10 unterstützen – gegen einen kleinen finanziellen Anreiz – Schüler aus den Klassen 5 bis 7. Es seien deutliche Leistungssteigerungen zu verzeichnen, berichtete Dr. Renate Richter, Leiterin des Gymnasiums. In einem Fall sei im Fach Mathematik sogar der Sprung von der Note 3 auf eine 2 gelungen.

Die finanziellen Grundlagen für das Projekt schaffen die Ehrenamtlichen des Ro­tary-Clubs Ganderkesee und des Inner-Wheel-Clubs Wildeshausen. Die beiden Serviceclubs bieten zum Gantertach am Sonntag, 8. November, zum bereits dritten Male ab 10 Uhr ihren Bücherbasar in der Mensa der Oberschule Ganderkesee an. Pro Buch zahlen die Kunden 1 Euro. Das Geld fließt in die Aktion „Schüler helfen Schülern“, so Rotary-Präsident Hans-Hermann Schweers und Inner-Wheel-Vizepräsidentin Barbara Anthonsen am Dienstag. In den Vorjahren waren das jeweils knapp 4000 Euro.

Wie Schulleiterin Dr. Richter und Koordination Renate Kreye-Grundmann (Gymnasium) sowie Oberschul-Konrektor Steven Behrens erläuterten, schlagen die Lehrkräfte die Schüler vor. 70 „Lern-Tandems“ hatten sich vergangenes Schuljahr am Gymnasium gebildet; etwa 30 Gespanne an der Oberschule. Oft werde in der 7. Schulstunde Gelerntes vertieft oder gar Vokabeln gepaukt. Gefragt seien Fächer wie Mathematik oder die zweite Fremdsprache, wissen die Gymnasiasten Wilke Stubben (16) und Ann-Katrin Stach (15). „Für uns ist das auch eine gute Wiederholung“, ist sich Ole Krüger (16) mit seinen Mitschülerinnen Marina Kolmer und Melina Sommer (beide 14) von der Oberschule einig.

Nach den Herbstferien soll das Projekt fortgesetzt werden. Damit die Jugendlichen nicht einfach zum Klönen zusammensitzen, werde ein formaler Rahmen geschaffen, erklärte Richter. „Die Schüler führen Protokoll, das beide unterschreiben.“ Wenn die zu fördernden Schüler abspringen, werden Klassenlehrer und Eltern informiert. Konrektor Steven Behrens wies auf die soziale Komponente des Projekts hin. Das bestätigte Manfred Gliese, Leiter der Oberschule: „Als der Topf leer war, haben die Schüler ehrenamtlich weitergemacht.“ Und Rotarier Schweers hofft, dass erneut viele Schüler beim Basar anpacken: „Dafür braucht man kein Abitur.“