Friesland - Der FDP-Kreisvorstand Friesland lehnt die geplante gymnasiale Oberstufe für die Integrierte Gesamtschule Friesland in Schortens ab: „Wir werden dieser existenziellen Gefährdung der Gymnasien in Jever und Varel durch eine offenkundig nur ideologisch geprägte Schulpolitik auf keiner Ebene zustimmen“, teilte Kreisvorsitzender Gerhard Ratzel mit.

Einer der Grundsätze liberaler Politik sei die Stärkung des Einzelnen durch eine gute Bildung und Ausbildung. Das werde am besten durch ein vielfältiges Bildungsangebot erreicht, zu dem auch Gesamtschulen gehören können. „Allerdings ist nach wie vor FDP-Forderung, dass dabei das Regelschulsystem erhalten bleiben muss und durch die Gesamtschulen die Gymnasien nicht nachhaltig beeinträchtigt werden dürfen“, betont Ratzel.

Doch die Gymnasien in Jever und Varel werden nach Ansicht der FDP insbesondere vor dem Hintergrund sinkender Schülerzahlen stark beeinträchtigt, wenn die IGS Friesland 2015 eine gymnasiale Oberstufe erhält. „Die Bedenken und Vorschläge des Schulvorstands des Mariengymnasiums Jever werden von den Liberalen vollinhaltlich geteilt“, so Ratzel: Auch das Lothar-Meyer-Gymnasium in Varel werde von den Folgen nicht unberührt bleiben.

Wie berichtet, hatte Frank Timmermann, Schulleiter des Mariengymnasiums angeregt, für IGS und Gymnasium eine gemeinsame Oberstufe einzurichten. Er befürchtet, dass das Mariengymnasium bei Konkurrenz durch die IGS um Oberstufenschüler sein vielfältiges Angebot nicht aufrecht erhalten kann (die NWZ  berichtete).

Ratzel beklagt, es sei „offensichtlich erklärte grün-rote Bildungspolitik, die Gesamtschulen zu fördern und die Gymnasien zu schwächen“. Das werde bei vielen bildungsbewussten Eltern den Effekt haben, dass sie ihre Kinder künftig in Privatschulen schicken, so die FDP.