Hollen - Eine Woche lang herrschte im Regionalen Umweltzentrum (RUZ) Hollen Hochbetrieb: 32 Kinder mit Migrationshintergrund nahmen am Feriensprachcamp teil und hatten eifrig Apfelsaft gepresst, Brot gebacken, Kartoffeln geerntet und nebenbei ihre Deutschkenntnisse verbessert. Am Sonntag hatten sie nun die Gelegenheit, ihren Familien und den Sponsoren zu präsentieren, was sie im Camp gelernt haben.
Martin Brinkmann, stellvertretender Geschäftsführer des RUZ, übernahm die Begrüßung – und das gleich in mehreren Sprachen. „Wir freuen uns sehr, dass die Kinder hier bei uns waren“, so Brinkmann. Astrid Fuchs, Projektleiterin von der Bürgerstiftung Ganderkesee, stimmte zu: „Das war eine so lebhafte und interessante Woche!“
Niveau beeindruckt
In mehreren Liedern und Rap-Songs berichteten die Kinder von ihrem Alltag im RUZ, vom Kochen in der großen Küche, dem Labyrinth im Garten und ihren Erlebnissen im Wald. Dabei war nicht nur die Freude der Kinder beeindruckend, sondern auch ihr Sprachniveau.
Im Anschluss waren die Gäste zu selbstgebackenem Kürbisbrot und Getränken ins Haus eingeladen, was die meisten angesichts des Wetters auch gerne wahrnahmen. Einige versuchten sich auch draußen an der Apfelsaftpresse, wobei die Jungen ihre „starken Papas“ ordentlich anfeuerten. Im Gemeinschaftsraum lief indes eine Diashow mit Fotos und kurzen Videos, die sowohl von den Eltern als auch von den Kindern mit viel Stolz betrachtet wurde.
Bildungswissenschaftlerin Bettina Schirdewahn sah im Vergleich zum ersten Camp im Vorjahr eine Steigerung: „Die meisten haben hier sprachlich und schriftsprachlich eine enorme Entwicklung gemacht, das ist wirklich super gelaufen“, freute sie sich. „Und unser ganzes Team war wirklich klasse, ein riesen Kompliment an alle Helfer!“ Auch Projektleiterin Claudia Kay vom RUZ war mit dem Verlauf sehr zufrieden: „Natürlich sind wir alle ein bisschen kaputt, aber die Kinder geben einem unheimlich viel zurück, das lohnt sich wirklich“, betonte sie. Eine Wiederholung im nächsten Jahr wünschen sich deshalb alle Beteiligten, das sei aber auch eine Frage des Geldes.
Konzept überzeugt
Und da gibt es gute Aussichten: „Wir stimmen Ende November über den Antrag für 2017 ab. Und die Chancen auf weitere Förderung stehen ganz gut“, sagte Ulrich Geisler, Geschäftsführer des Instituts für Bildung und Erziehung in Göttingen. Das Institut ist Kooperationspartner der Lotto-Sport-Stiftung und der Klosterkammer Hannover, die 30 Feriensprachcamps in ganz Niedersachsen fördern. Das Konzept, Umwelt- und Sprachbildung zu verbinden, sei überzeugend und erfolgreich – und davon sollen auch in den kommenden Jahren viele Kinder profitieren können.
