Littel/Wardenburg - „Moin, wie geiht di dat?“, schallt es den Mädchen und Jungen des Kindergartens Littel oftmals entgegen, wenn sie morgens zur Tür herein schneien. Einrichtungsleiterin Anke Schierhold empfängt die Kita-Kinder und auch deren Eltern oder Großeltern gerne mit einem plattdeutschen Morgengruß. Die Kleinen kennen es nicht anders: Im kommunalen Kindergarten am Helmskamp gehört das Plattdeutsch einfach dazu: in Liedern, Geschichten und in der alltäglichen Kommunikation.
Plattdeutschbeauftragte
Wen wundert’s. Ist doch Anke Schierhold nicht nur Leiterin der Kindertagesstätte in Littel, sondern zugleich die Plattdeutsch-Beauftragte der Gemeinde Wardenburg. „Bei uns lernen die Kinder durchs Hören, da sie ja noch nicht lesen können. Ich flechte Platt immer wieder in unseren Alltag ein“, erklärt Schierhold ihre Vorgehensweise. „Die Kinder sollen lernen, dass diese Sprache etwas Schönes ist.“
Am leichtesten fällt das Erlernen einer „Fremdsprache“ mit Hilfe von Liedern. Und so kamen Schierhold und ihrer Stellvertreterin Linda Jansen die Idee, einen Kita-Chor zu gründen, der überwiegend plattdeutsche Lieder singt. So weit bekannt, der einzige plattdeutsche Kita-Chor in Wardenburg und umzu.
„Die Teilnahme ist für die Kinder von vier bis sechs Jahren freiwillig, und so machen jetzt auch nur die Kinder mit, die wirklich großen Spaß an Gesang und Bewegung haben“, erklärt die Kita-Leiterin.
Nach zwei internen Auftritten bei der Verabschiedung einer Erzieherin und beim Sommerfest mit den Eltern haben die 16 Mädchen und Jungen des Plattdüütsch-Chores der Kita Littel am kommenden Sonntag, 7. Juli, beim Cityfest ihren ersten öffentlichen Auftritt (14.45 Uhr auf der Bühne am Glockenturm).
„Wir haben uns für das Programm die Lieder ausgesucht, die die Kinder am liebsten singen. Und die habe ich dann ins Plattdeutsche umgetextet“, sagt Anke Schierhold. Sie und ihre Kollegin Linda Jansen, die den Chor auf der Gitarre begleitet, haben in den vergangenen Woche die Stücke fast täglich geprobt. Da Jansen auch über eine Schauspielausbildung verfügt, wurden zu den Melodien auch Bewegungen eingeübt.
Mit Enkeln schnacken
Nach Auffassung von Anke Schierhold können Eltern und Großeltern, die die plattdeutsche Sprache noch beherrschen, nicht früh genug damit anfangen, ihren Nachwuchs mit dem Niederdeutschen vertraut zu machen. „Ich schnack’ schon mit meinem zehn Monate alten Enkelkind platt.“ Und Großmutter Ankes Herz quillt über, wenn die elfjährige Enkelin sagt: „Oma, ik hebb di leev“ („Oma, ich hab’ dich lieb“).
