Löningen - In einer von motivierenden, aber auch launigen Reden, fantastischer Orchestermusik und herzerweichendem Gesang geprägten Abschlussfeier ist am Freitagvormittag der Abiturjahrgang des Copernicus-Gymnasiums Löningen im Forum Hasetal verabschiedet worden. Star der Veranstaltung war Felix Kastler, der für seinen glatten 1,0-Abschluss als Bester des Jahrgangs mit dem Copernicus-Preis der Oldenburgischen Landesbank ausgezeichnet und von seinen Mitschülern, den Eltern und den Lehrern mit lang anhaltendem Applaus gefeiert wurde.
Kastler war einer von sechs Schülern, die als Abschlussnote eine 1 vor dem Komma hatten. Es gab noch einmal 1,3, dreimal 1,4 und einmal 1,5. 33 Mädchen und Jungen schlossen mit einer 2 ab, der Rest mit einer 3. Der Schnitt lag bei 2,41, wie Oberstudiendirektor Ralf Göken in seiner Funktion als Schulleiter nicht ohne Stolz verkündete.
Bereits zum 16. Mal verlieh die OLB den Copernicus-Preis, wie Direktor Stefan Menke bemerkte. Zum Preis gehören auch ein Buchgutschein im Wert von 400 Euro und ein kleines Anteilspaket der Bank. Menke wünschte den Abiturienten Mut, sich auch unbequemen Veränderungen zu stellen, aber auch Gelassenheit. Dem schloss sich Schulamtsleiter Theo Deeken an, der in Vertretung von Landrat Johann Wimberg die Medaille des Landkreises an Felix Kastler verlieh.
Kastler war aber nicht der einzige Star der Veranstaltung. Das Schulorchester unter der Leitung von Oberstudienrat Philipp Hemmen interpretierte „The Lord of the Dance“, „Treasure“ und „My Shot“ in einem berauschenden Sound. Thao Mi Cao begeisterte das Publikum mit ihrem Gesang.
Göken setzte sich in seiner Festrede schon fast satirisch mit dem Motto des Jahrgangs „Abigos Amigos – Erst Siesta jetzt Fiesta!“ auseinander. Man könne schon auf irreführende Gedanken kommen, wenn der Jahrgang die achtjährige Zeit am CGL als Siesta bewertet, meinte er, attestierte den Abiturienten aber gleichzeitig ein hohes Maß an Zielorientierung und Teamfähigkeit.
Löningens Bürgermeister Marcus Willen sprach wieder einmal auch als Vater eines Abiturienten. Er sagte den jungen Leuten, sie seien jetzt selbst für sich verantwortlich, was er Zuhause aber nicht immer so spüre. Auf seine Frage, wie sein Filius abgeschnitten habe, bekam er allerdings eine schon sehr selbstständige Antwort: „Sei unbesorgt, wir haben bald fünf Abiturienten in der Familie. Dein Schnitt ist weiterhin der schlechteste.“
Die Ehemaligen-Rede hielt die Bundestagsabgeordnete Silvia Breher, die 1992 in Löningen ihr Abitur ablegte. Sie bezeichnete es als große Ehre, die Rede halten zu dürfen und ermunterte die Abiturientia, mutig und engagiert durchs Leben zu gehen: „Auch wer mal fällt, bewegt sich ja nach vorn“, sagte sie. Sie hoffe auch auf ein politisches Engagement – egal wo, nur nicht bei „den Rechtspopulisten, die das Friedensmodell Europa kaputt machen wollen“. Dafür erhielt sie fast so viel Beifall, wie Felix Kastler für seine 1,0.
