Frau Bruns, die CDU musste in der Schuldebatte eine Kröte schlucken. Der Weg scheint jetzt Richtung Integrierte Gesamtschule zu gehen – mit der CDU?

BrunsDie CDU Bad Zwischenahn lehnt eine IGS am Schulzentrum nach wie vor ab. In einer solchen Schulform werden Gymnasial-, Real- und Hauptschulschüler gemeinsam unterrichtet. Die CDU hat lediglich einer Umfrage zu einer IGS bei den Eltern zugestimmt.

Ihre Fraktion bevorzugt welche Schulform?

Bruns Wir machen uns weiterhin für eine Oberschule mit Haupt- und Realschule ohne gymnasialen Zweig stark, damit das von Haupt- und Realschule gemeinsam mit Lehrern, Eltern und Schulvorständen erarbeitete Konzept verwirklicht werden kann. Dieses Oberschulkonzept ist von SPD, Grünen und FDP im Rat abgelehnt worden, da diese die IGS bevorzugen.

Welches sind Ihre Hauptkritikpunkte an einer IGS?

Bruns Eine Integrierte Gesamtschule ohne zusätzliche Lehrkräfte und zusätzliche Räume lässt sich nicht verwirklichen. Die CDU wird die Eltern in vielen Veranstaltungen zum Thema informieren, wenn die neuen Regelungen zum Schulgesetz bekannt werden. Die Schulen am Schulzentrum leisten, von allen anerkannt, gute Arbeit. Ziel jeglicher Veränderung muss eine qualitative, dauerhafte Verbesserung der bestehenden Schulformen sein.

Auch in Nachbargemeinden dürfte es Bestrebungen für eine IGS geben. Befürchten Sie für den Fall einer Einrichtung dort keine Abwanderung von Schülern?

BrunsSicherlich könnte es zu Abwanderungen kommen, aber diese Situation haben wir jetzt auch. Eltern können ihre Kinder zu den Oberschulen in die anderen Ammerländer Gemeinden schicken oder zur IGS nach Oldenburg. Entscheidend ist, dass derzeit unsere Schüler gerne in den Betrieben und anderen Ausbildungseinrichtungen genommen werden, weil sie in unserer Haupt- und Realschule gut ausgebildet werden, und deshalb haben wir nach meinem Kenntnisstand keine nennenswerten Abwanderungen aus Zwischenahner Schulen.

Und wenn die Eltern sich in einer Befragung doch für eine IGS aussprechen?

Bruns Werden wir uns dem dann nicht verschließen, wenn das Konzept tatsächlich eine qualitative Verbesserung für unsere Schüler darstellt. Sonst werden wir weiter das Konzept der Oberschule ohne gymnasialen Zweig präferieren. Uns ist nicht wichtig, wie die Schule heißt, wir machen diesen Wechsel nur mit, wenn am Ende eine bessere Ausbildung für alle Schüler der Gemeinde dabei herauskommt.

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)