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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

Mancher drückt sich um Entscheidung

18.10.2014

München Fortbildung oder Urlaubsantrag: Wer seinem Chef Forderungen präsentiert, erhält oft keine Antwort. Stattdessen laviert der sich durch. „Hinhaltetaktiken sind ein Dauerthema in Firmen“, sagt Claudia Kimich. Sie ist Jobcoach in München. Wenn man nicht mitspielen will – hier ein paar Tipps:  Die Anzeichen erkennen: Manche Führungskräfte geben nur vor, sich zu kümmern. Andere schieben ihren Vorgesetzten oder leere Kassen vor und vertrösten ihre Mitarbeiter auf später. Wer als Chef untätig bleibt, spiele auf Zeit, sagt Verhandlungsexperte Matthias Schranner aus Zürich. Ob ein Vorgesetzter sich einsetzt, ist oft nicht sofort zu erkennen. Mitarbeiter sollten bei Zusagen beobachten, was passiert, und nachfragen, wenn der Chef untätig bleibt. Aktiv werden: Viele Mitarbeiter stellen hohe Erwartungen an ihre Vorgesetzten. „Sie idealisieren ihren Chef regelrecht und erwarten, dass er sich immer richtig verhalten wird“, erklärt Coach Heiko Brix aus Flensburg. Doch Führungskräfte seien auch nur Menschen, mit eigenen Motiven und manchmal untauglichen Konfliktlösungsmustern. „Wenn ich so einen Chef habe, darf ich nicht abwarten, sondern muss selbst aktiv werden, denn ich hab ja das Problem, nicht er.“
 Selbstbewusstsein stärken: Wer sich nicht hinhalten lassen will, muss von sich selbst und seiner Forderung überzeugt sein. Wie wichtig ist mir eine Sache? „Wer an sich zweifelt, hat bei einer Hinhaltetaktik schon verloren“, sagt Schranner.  Klarheit schaffen: Brix rät, für mehr Transparenz zu sorgen. „Dabei würde ich Ich-Botschaften nutzen, einen positiven Ton wählen und mich wertschätzend verhalten“, sagt Brix. Im besten Fall löse das bei der Führungskraft eine Verhaltensänderung aus.  Nein sagen: Wer sich traut, sich nicht hinhalten zu lassen, erlebt oft eine überraschende Wende, sagt Kimich Ein guter Satz ist zum Beispiel: „Versetzen Sie sich bitte in meine Lage, wie würden Sie sich denn verhalten?“
  Fristen setzen: Nicht jeder Vorgesetzte lässt sich von seiner Hinhaltetaktik abbringen so Schranner. Unter Umständen könne man sagen: „Ich hätte gerne eine Entscheidung von Ihnen bis Freitag, 12 Uhr, sonst müssen wir das mit dem Chef klären.“

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