MANNHEIM - Trotz des geplanten Atomausstiegs gibt es derzeit nach Expertenansicht in Deutschland gute Aussichten für Jobs in Kernkraftwerken. „Bis das letzte AKW hierzulande vom Netz geht, dauert das ja noch rund 15 Jahre. Bis dahin hat man in dem Bereich eine Jobgarantie, die es über eine so lange Zeit sonst nirgendwo gibt“, sagte Prof. Thomas Raiber von der Fachhochschule Ulm.
Raiber zufolge hat der geplante Atomausstieg viele Studenten abgeschreckt – deshalb suchten Hochschulen momentan händeringend nach Bewerbern und Nachwuchswissenschaftlern. „Alle reden nur noch über erneuerbare Energien. Wir brauchen aber auch weiter Fachkräfte, die im Bereich der Atomkraft arbeiten und forschen.“ Selbst nach dem Abschalten der Kernkraftwerke in Deutschland gebe es für Spezialisten in dem Bereich noch viel zu tun: „Dann steht ja noch der Rückbau der Anlagen an und die Frage der Endlagerung“, erläutert Raiber.
Zudem hätten seine Studenten später auch im Ausland gute Jobchancen. Und nicht zuletzt könnten Strahlenmesstechniker auch außerhalb von Kraftwerken arbeiten – etwa bei Firmen, die medizinische Röntgengeräte herstellen oder benutzen.
Als Qualifizierung eigne sich zum einen die Ausbildung zum Kraftwerker oder Reaktorfahrer, die den Betrieb eines Atommeilers steuern und überwachen. Ein anderer Weg sei ein Studium in den Bereichen Maschinenbau, Elektro- oder Strahlenmesstechnik. Auch ein Physikstudium passe.
