Ganderkesee - „Das ist ein echter Boom hier“, freute sich Lehrerin Kerstin Gerdes. Bereits gut eine Stunde nach Öffnung waren die weihnachtlich verzierten „Hasbruch-Buschen“ (Reisigzweige, die sich auch für den Kamin eignen) bis auf zwei Exemplare ausverkauft. Rasch wurde nachproduziert. Auch die von Eltern gebastelten Adventsgestecke sowie die Birkenstämme mit Kerzen gingen weg „wie die warmen Semmeln“, verriet Lehrerin Kerstin Splieth, die am Nachmittag nur noch wenige Marmeladen verkaufen konnte.
Der traditionelle „Winterzauber“ der Delme-Werkstätten und der Katenkamp-Schule lockte am Sonnabend Tausende an die Pestalozzistraße in Ganderkesee. „Ich find’s geradezu wunderbar“, freute sich Schulleiterin Dr. Edith Aschenbrenner. Es habe sich gelohnt, mehr Flächen bereit zu stellen, so Werkstattleiter Stefan Martens, der selbst fleißig fotografierte. Viele Gäste blieben über das offizielle Ende hinaus.
Ein kleines Weihnachtsdorf war im Innenhof der Werkstätten aufgebaut. Frisch geräucherte Aale und Forellen fanden ebenso reißenden Absatz wie Handwerkliches. Uwe und Heike Eiting aus Elsfleth zeigten altes Handwerk. Kara und Lorina (beide 8) sägten mit Thorsten Ebert Scheiben vom Birkenstamm ab. Daraus entstanden Kerzenhalter. Erik (6) bastelte sich ebenfalls ein Exemplar. Etliche Stände lockten in die Werkstatt: Bei Sabine Harders gab es Mäuse und Eulen aus Filz. Nebenan bot Kirsten Schumacher Marmeladen und Krüllkuchen an.
Dank der Spendenfreudigkeit örtlicher Firmen und Familien war die Tombola mit über 1000 Preisen gespickt, sagte Grit Alexander, Elternratsprecherin der Katenkamp-Schule. Der Hauptgewinn: ein TV-Gerät. Mehr als 300 Portionen Grünkohl, rund 100 gespendete Torten und Kuchen und unzählige Liter Kaffee gingen über die Theke. Beliebt waren heiße Waffeln und Stockbrot. „Das ist einfach schön hier“, sagte Nadja Stärk aus Wildeshausen, die mit Sohn Jannis-Ole (4) gemütlich am Lagerfeuer saß.
Geboten wurde zudem ein vielfältiges Unterhaltungsprogramm: „Die brennenden Stimmen“ der Werkstätten, „OL’Inklusive“ aus Kirchhatten und der Gebärdenchor „CeCO“ aus Oldenburg traten ebenso vor traumhafter Kulisse auf wie die Delme-Trommler. Chorleiterin und Liedermacherin Sybille Gimon trug eigene Kompositionen vor. Eine Gruppe tanzte mit Masken, und die Schülerband „Durazell“ hatte vor der Schule einen energiegeladenen Auftritt. Hermann Abeln (GanterART) las die „Bremer Stadtmusikanten“ und „Der alte Herr Populo“ vor. Kartenlegerin Christina Helsper blickte in die Zukunft. Eine Neuauflage des „Winterzaubers“ gibt es im nächsten Jahr. „Dazu muss man kein Hellseher sein“, so Aschenbrenner.
