Wiefelstede/Nethen - Drei Jahre lang haben Schüler der Oberschule Wiefelstede Revitalisierungsmaßnahmen für den nährstofftechnisch verarmten Boden einer etwa drei Hektar großen, vom Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) angelegten Streuobstwiese im Steenfurthsmoor in Nethen vorgenommen – und schon 2013 zeigten sich erste Erfolge. Die ersten Regenwürmer im Boden zeigten an, dass die Maßnahmen greifen. Am Donnerstag endete nun die dreitägige Schlussaktion des zunächst auf drei Jahre angelegten Projekts auf der der Stiftung „Gewässerschutz“ gehörenden Wiese. Und Eckhard Eilers vom Kuratorium der Stiftung ist begeistert: „Das Bodenleben hat sich deutlich positiv entwickelt.“

Indikatoren für diese Einschätzung sind nicht zuletzt die vielen Maulwurfshügel, die unter den gut 200 Obstbäumen zu sehen sind. Auch in diesem Jahr haben etwa 75 Schüler der Klassen 10d, 9a und 9c der Oberschule Wiefelstede mit Biologielehrer Friedrich Schulze jeweils acht Löcher um die 200 Obstbäume ausgegraben, ein Multimikrobensubstrat eingebracht und das Ganze mit einer Multimikrobenflüssigkeit gewässert, um den nährstoffarmen Boden, der im Vorfeld des Projektes über Jahre nicht gedüngt worden war, wieder mit organischem Leben anzureichern. Obstbaumrückschnitt unter Anleitung und das Aufhängen von Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse sowie von Insektenhotels auch in den Obstbäumen gehörten ebenso zum Arbeitsrepertoire im Abschlussjahr des Projekts. Und natürlich hofft nun auch die Oberschule Wiefelstede, dass das Projekt in Kooperation mit der Stiftung beziehungsweise dem OOWV weiterlaufen kann. Eine Entscheidung steht noch aus, aber auch Eckhard Eilers hofft auf eine zeitnahe Entscheidung, denn noch sind die Bodenverhältnisse im Bereich der Wiese auf unterstützende Maßnahmen angewiesen. Schulze und Eilers lobten am Donnerstag besonders das Engagement der Schüler, die sich mit viel Elan an die Arbeiten gemacht hatten.

Im Vorfeld der Aktion informierte der Bremer Verein „EM“ die Schüler über das Thema „Effektive Mikroorganismen“ und machte sie mit dem Multimikrobensubstrat vertraut, dass die Schüler anschließend in den Boden einbrachten. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, über die Bedeutung regenerativer Mikroorganismen zu informieren und Aktivitäten in dieser Richtung zu unterstützen.

Für die Stiftung „Gewässerschutz“, die sich dem Grundwasser- und Gewässerschutz verschrieben hat, ist nach Angaben von Kuratoriumsmitglied Eckhard Eilers ein gesunder Boden der beste Filter für alles, was ins Grundwasser geht. „Wir wollen den Schülern in diesem Projekt auch beibringen, dass Gesundheit beim Boden anfängt“, gibt er die Richtung vor. Auch Marc Brinkmann, Leiter der Oberschule Wiefel­stede und Klassenlehrer der 10d, beteiligte sich in diesem Jahr erstmals aktiv am Projekt und zeigte sich begeistert von diesem praktischen Unterricht.