Ganderkesee - Vorne Ergo- und Lerntherapie, hinten Spiel- und Lernwerkstatt: In die Räume der ehemaligen Praxis Brockmeyer/Heidemann an der Grüppenbührener Straße 11 ist neues Leben eingekehrt. Bereits im April zog die seit vergangenem Jahr gemeinnützige Primero GmbH in den hinteren Bereich des Hauses ein. Seit August hat Weert Fricke im vorderen Teil seine neue Praxis für Ergo- und Lerntherapie. Beide lernten sich über den Initiativkreis Ganderkesee kennen.
Aber nicht nur die neuen Räume – Primero war zuvor in der Mühlenstraße und Weert Fricke am Heideweg –, auch die Angebote sind neu und umfassender. „Wir bieten eine ganzheitliche Entwicklungsbegleitung für Babys bis hin zu Kindern im frühen Grundschulalter“, erklärt Monika Grashorn-Hoppe von Primero. Neu sei zum Beispiel das Angebot „Pädagogisches Reiten“, welches das heilpädagogische Angebot weiter komplettiert. „Mit der Gemeinnützigkeit und dem Umzug öffnen wir unser Angebot für alle Kinder“, betont die Primero-Geschäftsführerin. Insgesamt kümmert sich das Team von Primero mit Hauptsitz in Delmenhorst um rund 90 Kinder, die in ihrer Entwicklung begleitet werden müssen. Im neuen Domizil hält Primero unter anderem zwei Bewegungsräume, einen Kreativraum und einen Spieleraum vor. Auch Platz für Gespräche mit Eltern ist vorhanden.
Das Angebot ausgebaut hat auch Weert Fricke. „Wir haben nun die Ergotherapie mit hinzu genommen und ergänzen damit unser vorheriges Angebot der Lerntherapie.“ Im Gegensatz zum pädagogischen Ansatz in den hinteren Räumen verfolge man in der Praxis von Weert Fricke den therapeutischen Ansatz. „Unsere Angebote stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sondern ergänzen sich“, so die einhellige Meinung. Frickes Leitspruch „Ihr Kind und Sie können mit uns rechnen“ deutet dabei auf zwei Besonderheiten hin: Zum einen kümmert sich das sechsköpfige Team Frickes um therapeutische Hilfe bei Dyskalkulie, zum anderen müssen auch die Eltern mit ran: „Die Erziehungsberechtigten werden bei der Therapie eng mit eingebunden und nicht ins Wartezimmer verbannt“, so Fricke. Während man sich bei der Lerntherapie im Kern auf Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre konzentriere, hat man sich durch die stärker gewichtete Ergotherapie nun für Patienten aller Altersklassen geöffnet. „Wir können hier endlich alle Disziplinen der Ergotherapie bedienen.“
Beim Umfang und Art der Kooperation sind sich die beiden Anbieter noch unschlüssig: „Fest steht, dass wir im kommenden Jahr den Garten gemeinsam nutzen wollen“, erklärt Monika Grashorn-Hoppe. „Die neuen Räume bieten ganz andere Möglichkeiten“, ist sich auch Weert Fricke sicher. So seien beide dabei, Ideen umzusetzen, die man schon lange mit sich herumträgt. „Wir müssen zum Beispiel unseren Bewegungsraum noch umbauen“, erzählt Weert Fricke, während dieser Schritt für Monika Grashorn-Hoppe schon beendet ist.
