Bad Zwischenahn/Ammerland - Ein, so Schulleiter Peter Röben, „freudiges Ereignis“ wurde an der Hauptschule Bad Zwischenahn am Montag gefeiert. Mit Beginn des zweiten Schulhalbjahr nahm – ein paar Tage verspätet –ie zweite Sprachlernklasse für Schüler weiterführender Schulen im Ammerland ihren Betrieb auf. Für Röben sind die Mädchen und Jungen aus Zuwanderer- und Flüchtlingsfamilien „eine Bereicherung des Schullebens, inhaltlich wie sozial“. Und auch die Grundschule Rostrup hat die Genehmigung für die Einrichtung einer zweiten Klasse für ausländische Schüler erhalten, die ohne Deutschkenntnisse ins Ammerland gekommen sind, teilweise auch ohne Lese- und Schreibkenntnisse in ihrer Muttersprache.

Lange hatten beide Schulen um die Einrichtung einer jeweils zweiten Klasse gekämpft. Die auf 16 Schüler ausgerichtete Klassen waren überfüllt, zahlreiche Schüler standen auf Wartelisten und mussten weiter in ihren jeweiligen Schulen unterrichtet werden. Ziel der Sprachlernklassen ist es, den Schülern durch eine intensive Förderung möglichst schnell die deutsche Sprache beizubringen und ihnen somit den Besuch einer Regelschulklasse in einer ihrem Leistungsstand entsprechenden Schulform zu ermöglichen.

Während an der Hauptschule Montag der Betrieb aufgenommen wurde und erste Schüler bereits aufgenommen wurden, wartet die Grundschule noch auf eine zweite Lehrkraft. „Das ist noch eine ungelöste Frage“, so Schulleiter Patrick Wulf. Zwar sei die Klasse genehmigt, zusätzliche Lehrerstunden seien es noch nicht. „Im Moment muss ich die anfragenden Schulen noch hinhalten.“ An dem Problem werde aber gearbeitet, versprach Manfred Janßen von der Landesschulbehörde.

Dessen Dank galt neben den Kollegen, „die die hoch anspruchsvolle Aufgabe übernehmen“ und sich „so intensiv kümmern“ auch der Gemeinde, dass die zweiten Klassen in den Schulen, die über Material, Räume und Erfahrungen verfügten, so schnell hätten umgesetzt werden können. Eine Abfrage vor Weihnachten habe den Bedarf deutlich gemacht. Nun habe die Landesregierung die Zahl der Sprachlernklassen erhöht.

Ein nächster Schritt müsse nun, so Röben, eine weitere Vernetzung sein. Es gelte, die Unterstützung aus dem professionellen und ehrenamtlichen Bereich zu koordinieren. So wolle die Schule mit der Freiwilligenagentur zusammenarbeiten, um Leselernhelfer zu gewinnen. Dringend benötigt würden, so Janßen, auch Menschen, die bei dem Erstkontakt in der Schule übersetzen können. „Da sind wir auf ehrenamtlich Tätige angewiesen.“

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)