Nordenham - Über zwölf Meter geht der Blick nach unten. „Genau die richtige Höhe für einen Springturm“, sagt Hartmut Neumann und lacht. Der Lehrer steht allerdings nicht im Schwimmbad, sondern auf der neuen Fluchttreppe des Gymnasiums, die am Donnerstag freigegeben wurde.

Im Falle eines Brandes benötigt jeder Raum der Schule zwei Fluchtwege – falls einer durch Feuer oder Rauch abgeschnitten ist. Im Altbau des Gymnasiums fehlte bisher eine zweite Möglichkeit. Vor allem die Aula konnte nur über den Eingang wieder verlassen werden. „Bei Veranstaltungen mit über 150 Leuten hatten wir natürlich immer Bedenken“, sagt Albert Bojunga, Lehrer und Brandschutzbeauftragter am Gymnasium.

Aus Denkmalschutzgründen wurden keine Umbauten im Gebäude vorgenommen, sondern die Stahltreppe von außen an den Altbau gesetzt. Vier Monate dauerten die Arbeiten. „Dadurch, dass die Stockwerke unterschiedlich hoch sind, war die Konstruktion etwas aufwendiger“, sagt Bauleiter Matthias Hohn.

Von drei Türen aus kann die Treppe erreicht werden: Im zweiten Stock sowohl vom Kunstraum, als auch vom Kunstlehrerzimmer und im ersten Stock, wo der Weg nach draußen nun hinter der Bühne der Aula liegt.

Insgesamt 82 000 Euro hat die massive Stahltreppe gekostet, bezahlt hat der Kreis. Bei der nächsten Brandschutzübungen könnte sie bald zum Einsatz kommen. „Die Schüler sollen sich auf jeden Fall an die Treppe gewöhnen – der Blick nach unten ist ja nicht unbedingt etwas für jeden“, sagt Hartmut Neumann.