Friesoythe - Dass vor ihr keine leichte Aufgabe liegt, ist Hedwig Sänger absolut bewusst. „Es ist nicht nur eine zeitliche, sondern auch eine starke emotional belastende Aufgabe. Doch ich weiß, dass Frau Sänger dieser Aufgabe gewachsen ist“, sagte Dechant Michael Borth am Donnerstag in der Kapelle im St.-Elisabeth-Haus in Friesoythe und freute sich, Hedwig Sänger als neue Krankenhausseelsorgerin für das ganze St.-Marien-Stift vorzustellen. „Es ist ein großer Schritt nach vorne – so etwas hat es in der 150-jährigen Geschichte des Krankenhauses noch nicht gegeben. Jetzt hat jemand Zeit für heilende Begegnungen“, ist sich Borth sicher.
Und sie hat sich immer schon viel Zeit für die Menschen in ihrer Umgebung genommen. 1994 begann Sänger ihre Ausbildung zur Pastoralreferentin in Bösel. Danach begann sie ihre erste Stelle unter Pfarrer Leo Simon 1998 in der Altenoyther Kirchengemeinde. Nach der Fusion im Jahr 2008 wechselte sie nach Friesoythe und ist seit dem in ihrer Tätigkeit als Pastoralreferentin für die ganze St.-Marien-Kirchengemeinde zuständig. Gleichzeitig pflegt die ledige 56-Jährige ihre Mutter in Garrel.
„Wie muss man sich Krankenseelsorge vorstelle, frage ich mich jetzt. Für mich ist es ein neuer Bereich, der viele Begegnungen mit sich bringt. Es ist glaube ich ganz wichtig, dass man immer wieder mit allen Leuten ins Gespräch kommt und zuhört“, so Sänger über ihre neue halbe Stelle. Immer donnerstags wird sie zunächst den ganzen Tag im Krankenhaus sein, um Patienten und auch gerade auch Mitarbeitern zur Seite zur stehen.
„Oft sind es die Mitarbeiter, die nach schwierigen Erfahrungen im Berufsalltag genauso dringend Hilfe brauchen, wie Patienten oder Angehörige. Ich freue mich, dass wir jetzt für dieses Thema eine zentrale Person haben“, sagte Gaby Lübbers, Leiterin des Pflegedienst im St.-Marien-Stift. Darüber freut sich auch Bernd Wessels, Geschäftsführer des Friesoyther Krankenhauses: „Auch vorher waren schon immer die Mitarbeiter und die emeritierten Geistliche für Seelsorge im Krankenhaus ein Ansprechpartner. Ihnen gilt unser aller Dank. Jetzt aber eine zentrale Person für diese Belange zu haben, ist ein großer Gewinn für unsere Einrichtung. Ich bin sehr glücklich darüber.“
Damit ihr bei ihren Begegnungen auch immer ein Licht leuchtet, überreichte Dechant Borth der neuen Krankenhausseelsorgerin eine Osterkerze aus dem vergangenen Jahr. Auch ein Bild aus ihrem Büro über den biblischen Emmaus-Gang nimmt Sänger mit auf ihren Weg.
Um dann auch in privater Atmosphäre Seelsorge betreiben zu können, soll für Sänger ein eigener Raum im Krankenhaus eingerichtet werden. Ansonsten ist es den Patienten und Angehörigen immer möglich, Sänger über die Schwestern sowie per Telefon (
