Ganderkesee - Wer die neue Mensa in der Oberschule an der Ellerbäke während des Mittagessens betritt, versteht die dringendsten Wünsche der Schüler für diesen Raum: „Vorhänge“ will ein Mädchen, „Pflanzen“ fordert ein Mitschüler – alles, was den Schall dämpft, wäre schön, sagten die Fünftklässler den Besuchern von der Ganderkeseer FDP, die sich am Dienstag ein Bild von den Veränderungen in der Oberschule machten.

Denn ziemlich laut ist es, wenn das Stimmengewirr von vergnügt plappernden Kindern sich mit Tellerklappern und Besteckklirren zum Töne-Tohuwabohu mischt, das von nackten Wänden und großen Fensterfronten widerhallt. „Da wird sich noch was verändern“, versicherte Sieglinde Jahn vom Fachdienst Schulen im Rathaus, die mit Schulleiterin Daniela Feldhaus den Liberalen den großen, hellen Speiseraum mit 120 Plätzen präsentierte. 10 000 Euro stehen im Etat für die Mensa noch zur Verfügung, gemeinsam mit Lehrern und Schülern werde die Gemeinde das weitere Vorgehen beraten.

Abgesehen vom Schallpegel sind Fachdienst und Schulleitung aber höchst zufrieden mit der neuen Mensa, die im vergangenen Herbst für rund 130 000 Euro geschaffen wurde. In den ersten Wochen habe man improvisieren müssen, aber seit Januar laufe der Betrieb reibungslos, berichtete Daniela Feldhaus. Dazu tragen auch freiwillige Helferinnen wie Gisela Motz bei, die das vom Catering-Service „Meyer-Menü“ gelieferte Essen austeilen. Die Gemeinde unterstützt sie in Person von Anke Bernett.

Die neue Mensa ist eine wesentliche strukturelle Voraussetzung für das vor eineinhalb Jahren gestartete verpflichtende Ganztagsangebot an der Ellerbäke: Die Fünft- und Sechstklässler haben an zwei Nachmittagen – dienstags und donnerstags – Unterricht und können mittwochs noch zusätzliche Kurse und AG’s besuchen. Für die älteren Jahrgänge ist das Ganztagsangebot freiwillig.

Das gemeinsame Mittagessen ist dabei nicht nur für Ernährung und Regeneration wichtig, sondern auch unter sozialen Aspekten: Es stärkt den Zusammenhalt und die Identifikation mit der Schule. Niemand werde gezwungen, ein Menü zu abonnieren, aber alle sollten sich in der Mensa aufhalten, erklärt Daniela Feldhaus. „Viele bringen sich etwas von zu Hause mit.“

Noch werde das verpflichtende Ganztagsangebot in Bookholzberg zögerlich angenommen, bedauerte Sieglinde Jahn. Viele Kinder aus dem Norden der Gemeinde seien zuletzt in Ganderkesee angemeldet worden, wo die Ganztagsschule freiwillig ist. Das werde sich zurechtrücken, glaubt Jahn, wenn sich das gute Angebot (und Essen) in Bookholzberg herumspreche.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)