Oldenburg - Stell’ dir vor, es gibt Essen, und keiner geht hin. Vor dieses Szenario wurden die Oldenburger Schulmensen bislang noch nicht gestellt. Aber sie stehen in vielen Fällen in einer harten Konkurrenzsituation zu schulexternen Anbietern. Vor allem die im Innenstadtbereich gelegenen Schulen mit Mittagsverpflegung erleben unter älteren Schülern einen Trend der Abwanderung in Richtung City. Aber auch andernorts gibt es Konkurrenz.

Ein Legitimationsproblem haben die Mensen indes nicht. Voll sind die Tische und lang die Schlangen zu den Stoßzeiten. Doch woran liegt es, dass an vielen Ganztagsschulen gerade mal ein Drittel der Schüler das Mensaangebot vor Ort nutzt? In der IGS Helene-Lange-Schule werden pro Tag 300 bis 350 Essen ausgegeben. Die Schule hat rund 950 Schüler.

Mensen gibt es inzwischen auch an fast allen Schulen mit freiwilligem Ganztagsangebot. Am Herbartgymnasium gibt es pro Tag 120 bis 200 verkaufte Mahlzeiten – dort gibt es insgesamt rund 850 Schüler. 200 Essen wandern in der Oberschule Osternburg aufs Tablett, 600 Schüler hat die Schule insgesamt.

Die Folge ist nicht selten ein Ringen um Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz des Mensabetriebs – und auch dem pädagogischen Anspruch des gesunden Schulessens soll Rechnung getragen werden.

Aus Sicht eines Vaters liegt der Grund für den Nicht-Besuch der Mensa nicht in der Qualität des ausgegebenen Essens, sondern im sozialen Druck unter den Schülern: „Es ist ja cool, das Essen dort doof zu finden. Und die Kinder befinden sich in einer Entwicklungsphase, in der sie sich noch nicht selbstbewusst hinstellen und sagen, dass das Mensaessen gut, schmackhaft und gesund wäre.“ Der Anschluss und die Akzeptanz bei den Mitschülern seien wichtiger als eine gesunde Mahlzeit.

Viele Oldenburger Schüler, die die Qualität des Mensaessens, die Atmosphäre oder den Service kritisieren, geben an, dass sie selbst dann von einem Mensabesuch absähen, wenn die genannten Kritikpunkte ausgeräumt wären. Demzufolge sind Strategien zur Optimierung des Mensabetriebs für eine größere Klientel per se keine Erfolgsgarantie.

Sigrid Ziethe, Mensa-Beauftragte des Jugendamtes, ist überzeugt, dass das Mensa-Konzept der Stadt dazu beitragen kann, die Akzeptanz der Schulmensen zu steigern: „Man hat Möglichkeiten, sich etwas aus der Innenstadtgastronomie abzugucken, z.B. die Möblierung: Ältere Jugendliche sitzen gerne auf Barhockern – und sie sitzen nicht so gerne mit den Schülern aus der 5. Klasse zusammen.“ Ziethe räumt jedoch ein, dass den vielen Möglichkeiten zur Steigerung der Akzeptanz standortbedingt Grenzen gesetzt seien.

Ein wichtiger Baustein des Mensa-Konzeptes der Stadtverwaltung, das nach individuellen Lösungen vor Ort sucht und seit 2010 sukzessive unterstützend an Schulen angewandt wird, sind die Mensa-Ausschüsse. Regelmäßig treffen sich an vielen Schulen Schülervertreter, Lehrer, Eltern, Schulleitung und Betreiber zum Austausch über die verschiedenen Erwartungen, um den Mensabetrieb weiterzuentwickeln.

Derzeit werden an den gut 20 Grund- und weiterführenden Allgemeinbildenden Schulen mit Mensaangebot pro Woche rund 12 000 Essen verkauft. Mit der Zunahme weiterer Ganztagsschulen werde sich diese Zahl steigern, ist Dr. Frank Lammerding, Leiter des Jugendamtes, überzeugt, besonders „wenn die Mensen dann auch noch gut sind und gut angenommen werden“.

Oldenburg - Stell’ dir vor, es gibt Essen, und keiner geht hin. Vor dieses Szenario wurden die Oldenburger Schulmensen bislang noch nicht gestellt. Aber sie stehen in vielen Fällen in einer harten Konkurrenzsituation zu schulexternen Anbietern. Vor allem die im Innenstadtbereich gelegenen Schulen mit Mittagsverpflegung erleben unter älteren Schülern einen Trend der Abwanderung in Richtung City. Aber auch andernorts gibt es Konkurrenz.

Ein Legitimationsproblem haben die Mensen indes nicht. Voll sind die Tische und lang die Schlangen zu den Stoßzeiten. Doch woran liegt es, dass an vielen Ganztagsschulen gerade mal ein Drittel der Schüler das Mensaangebot vor Ort nutzt? In der IGS Helene-Lange-Schule werden pro Tag 300 bis 350 Essen ausgegeben. Die Schule hat rund 950 Schüler.

Mensen gibt es inzwischen auch an fast allen Schulen mit freiwilligem Ganztagsangebot. Am Herbartgymnasium gibt es pro Tag 120 bis 200 verkaufte Mahlzeiten – dort gibt es insgesamt rund 850 Schüler. 200 Essen wandern in der Oberschule Osternburg aufs Tablett, 600 Schüler hat die Schule insgesamt.

Die Folge ist nicht selten ein Ringen um Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz des Mensabetriebs – und auch dem pädagogischen Anspruch des gesunden Schulessens soll Rechnung getragen werden.

Aus Sicht eines Vaters liegt der Grund für den Nicht-Besuch der Mensa nicht in der Qualität des ausgegebenen Essens, sondern im sozialen Druck unter den Schülern: „Es ist ja cool, das Essen dort doof zu finden. Und die Kinder befinden sich in einer Entwicklungsphase, in der sie sich noch nicht selbstbewusst hinstellen und sagen, dass das Mensaessen gut, schmackhaft und gesund wäre.“ Der Anschluss und die Akzeptanz bei den Mitschülern seien wichtiger als eine gesunde Mahlzeit.

Viele Oldenburger Schüler, die die Qualität des Mensaessens, die Atmosphäre oder den Service kritisieren, geben an, dass sie selbst dann von einem Mensabesuch absähen, wenn die genannten Kritikpunkte ausgeräumt wären. Demzufolge sind Strategien zur Optimierung des Mensabetriebs für eine größere Klientel per se keine Erfolgsgarantie.

Sigrid Ziethe, Mensa-Beauftragte des Jugendamtes, ist überzeugt, dass das Mensa-Konzept der Stadt dazu beitragen kann, die Akzeptanz der Schulmensen zu steigern: „Man hat Möglichkeiten, sich etwas aus der Innenstadtgastronomie abzugucken, z.B. die Möblierung: Ältere Jugendliche sitzen gerne auf Barhockern – und sie sitzen nicht so gerne mit den Schülern aus der 5. Klasse zusammen.“ Ziethe räumt jedoch ein, dass den vielen Möglichkeiten zur Steigerung der Akzeptanz standortbedingt Grenzen gesetzt seien.

Ein wichtiger Baustein des Mensa-Konzeptes der Stadtverwaltung, das nach individuellen Lösungen vor Ort sucht und seit 2010 sukzessive unterstützend an Schulen angewandt wird, sind die Mensa-Ausschüsse. Regelmäßig treffen sich an vielen Schulen Schülervertreter, Lehrer, Eltern, Schulleitung und Betreiber zum Austausch über die verschiedenen Erwartungen, um den Mensabetrieb weiterzuentwickeln.

Derzeit werden an den gut 20 Grund- und weiterführenden Allgemeinbildenden Schulen mit Mensaangebot pro Woche rund 12 000 Essen verkauft. Mit der Zunahme weiterer Ganztagsschulen werde sich diese Zahl steigern, ist Dr. Frank Lammerding, Leiter des Jugendamtes, überzeugt, besonders „wenn die Mensen dann auch noch gut sind und gut angenommen werden“.

Dennis Schrimper
Dennis Schrimper Kanalmanagement
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