METJENDORF - Kreis- und Gemeindeelternrat können bei der Auswertung der Elternbefragung bezüglich der Einrichtung einer KGS in Wiefelstede dabei sein. Sie können auch zählen und wir gucken dabei zu, sicherte Erster Kreisrat Heiko Meyer beim Informationsabend des Landkreises am Mittwochabend in der Grundschule Metjendorf vor rund 70 Zuhörern zu.
Mit der Befragung der Eltern von Grundschülern in Wiefelstede und Metjendorf will der Kreis prüfen, ob ein Bedürfnis für die Einrichtung einer KGS in Wiefelstede besteht. Die Möglichkeit, sich in dem Fragebogen für eine IGS zu entscheiden, besteht nicht was viele Eltern und auch Kreis- und Gemeindelternrat monieren, rechtlich aber völlig korrekt ist, wie Reinhard Witte von der Landesschulbehörde betonte.
Meyer hatte zuvor nochmals erklärt, warum der Kreis im Entwurf zur Schulentwicklungsplanung für die Einrichtung einer KGS im Sekundarbereich I und nicht für eine IGS in Wiefelstede eintrete. Von den prognostizierten Schülerzahlen im Schulbezirk Wiefelstede her sei eine IGS nicht machbar, hatte auch Witte die Zweifel der Landesschulbehörde verdeutlicht. Und Meyer ergänzte, dass eine IGS Ammerland planerisch vom Kreis nicht gewünscht sei. Sie müsste zentral in Bad Zwischenahn liegen, würde vorhandene Schulstrukturen gefährden und Hungerstellen an anderen gymnasialen Oberstufen nach sich ziehen. Meyer: Die vorhandenen Schüler können nur einmal verteilt werden.
Was passiert, wenn bei der Elternbefragung nicht die erforderlichen 105 Stimmen pro Jahrgang für die Einrichtung einer KGS in Wiefelstede zusammen kommen? Diese Frage umtreibt natürlich auch die Befürworter einer IGS. Meyer sagte: Ich weiß es nicht und erklärte das Prozedere. Sollte die Befragung nicht die erforderliche Anzahl von Stimmen für die Einrichtung einer KGS bringen, dann müsse sich der Kreisschulausschuss in seiner Sitzung am 4. November mit dem Thema auseinander setzen. Bekanntlich will der Kreistag eigentlich am 9. Dezember über den Entwurf zur Schulentwicklungsplanung entscheiden. Witte machte ebenfalls klar, dass es völlig offen sei, ob der Kreistag nach neuen Alternativen suchen werde, falls das Bedürfnis für die Einrichtung einer KGS durch die Elternbefragung nicht festgestellt werden sollte. Witte: Der Kreistag entscheidet.
Der Vertreter der Landesschulbehörde sagte zudem, dass eine vierzügige KGS in Wiefelstede in keinem Fall genug Schüler für eine gymnasiale Oberstufe habe. Rechtlich sei zudem der Wechsel von einer KGS Wiefelstede zur KGS Rastede schon nach Klasse 9 nicht möglich: Er könne nur nach Klasse 10 erfolgen.
Ja zu Geschwisterreglung
Bürgermeister Helmut Völkers für die Gemeinden Wiefelstede und Rastede sowie die Schulleiter Gerd Kip von der KGS Rastede und Hans-Joachim Wülfrath von die Haupt- und Realschule Wiefelstede sagten auf Anfrage eine Geschwisterregelung für den Übergang bis zum vollendeten Aufbau der neuen Schule zu: Nachfolgende Geschwister könnten dieselbe Schule besuchen wie die älteren Brüder oder Schwestern. Das ist vielen Eltern deshalb wichtig, weil mit einer KGS Wiefelstede Kinder aus dem Schulbezirk ab Klasse 5 eigentlich nicht mehr zur KGS Rastede gehen können.
Eltern aus der Gemeinde, deren Kinder in der Regel für zwei Jahre Integrationsklassen außerhalb des Gemeindegebietes besuchen, haben gar keine Fragebögen erhalten, stellte sich am Abend heraus. Horst Caspers, Leiter des Schul- und Kulturamtes: Das wird nachgeholt. Bis zum 25. September müssen alle Fragebögen abgegeben werden.
