Apen/Augustfehn - „Schule öffnet sich. Ein Zeichen dafür ist die Verlegung der Unterrichtsaktivität an einen anderen Ort, und der Sitzungssaal in der Gemeinde eignet sich hierfür ideal“, betonte Ingo Zach. Der Lehrer an der Oberschule Augustfehn (OBS) war mit Schülerinnen und Schülern der Klasse R10a ins Aper Rathaus gefahren, um Einblicke aus erster Hand zu erhalten.
Zach begrüßte dort den UNHCR-Mitarbeiter Thomas Haenisch aus Mexiko-Stadt. „Ihre Augenzeugenberichte lassen das Thema ‚Migration und Flucht im 21. Jahrhundert’ in einem anderen Licht erscheinen“, unterstrich Zach.
Sehr interessiert verfolgten die Schülerinnen und Schüler die Ausführungen des 65-Jährigen, der viele Jahre als Lehrer gearbeitet hat und seit 1990 überwiegend in Mexiko-Stadt tätig war. Haenisch berichtete unter anderem von illegalen Grenzüberschreitungen in Mexiko, von Flüchtlingen aus Syrien. Die Jugendlichen nutzten die Doppelstunde für viele Fragen und gaben Anregungen für ein besseres Miteinander zwischen Einheimischen und Flüchtlingen. Die Klassenkameraden beurteilten den Vortrag als sehr spannend und informativ. „Wir haben Dinge erfahren, die wir sonst nicht erfahren hätten“, betonte ein Schüler.
Die Verbindung zu dem UNHCR-Mitarbeiter – einer UN-Unterorganisation – ist durch die Klassenkameradin Stella Hartmann und ihrem Vater Jörg ins Rollen gekommen. „Wir sind seit über 20 Jahren mit Thomas Haenisch befreundet“, erzählt der Augustfehner Vater, der wie Thomas Haenisch gebürtig aus Hessen stammt und früher sein Schüler war. Der Kontakt sei nie abgerissen und zu einer Freundschaft gewachsen. Während seines sechswöchigen Aufenthaltes in Deutschland weilte Haenisch drei Tage in Augustfehn.
„Wir sind Teil seines Urlaubs“, freute sich Ingo Zach und dankte ebenso der Familie Hartmann für die Kontakte. Zwei Mitschüler wollen auch zukünftig mit dem in Mexiko-Stadt lebenden Deutschen in Verbindung bleiben und der Klasse berichten.
