Oldenburg - 750 000 Menschen zählen laut LEO-Grundbildungsstudie 2011 in Niedersachsen zu den funktionalen Analphabeten. Aus diesem Grund wurden vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur im Jahr 2012 Regionale Grundbildungszentren (RGZ) gegründet. Durch die jahrzehntelange Erfahrung der Volkshochschule Oldenburg im Alphabetisierungsbereich entstand auch hier solch ein Grundbildungszentrum.
Das RGZ erreicht mit seinen Angeboten ein Prozent der Betroffenen und liegt dabei über dem Bundesdurchschnitt von 0,3 Prozent. Jetzt besuchte Gabriele Heinen-Kljajić, niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, die VHS Oldenburg, um sich über den Einsatz digitaler Medien in der Grundbildungsarbeit zu informieren.
Projektmitarbeiterin Nadine Engel und Webentwickler Karsten Cornelius stellten ihr die selbst entwickelte Lernsoftware Beluga vor, mit der das Lesen, Schreiben und Rechnen durch Lernspiele auf verschiedenen Schwierigkeitsstufen geübt werden kann. Die Software wird fortlaufend erweitert und steht zum kostenlosen Download zur Verfügung.
Mit dem Ansatz ist sie bundesweit die einzige Lernsoftware ihrer Art für Erwachsene. „Beluga ist ein gelungenes Beispiel für innovative Lernformate in der Alphabetisierung und Grundbildung. Sie leistet einen niedrigschwelligen Beitrag, um schreiben, lesen und rechnen zu lernen“, resümierte Ministerin Heinen-Kljajić nach der eigenhändigen Erprobung am Tablet. „Die Lernsoftware weiterzuentwickeln ist mit hohen Kosten verbunden“, merkte An-dreas Gögel, Geschäftsführender Vorstand der VHS, an.
Mehr als 10 000 Mal wurde Beluga bereits von der Website des Grundbildungsbereichs heruntergeladen.
