Conneforde - Leona Kürbitz war gerade 12, als ihre Mutter Viola erklärte: „Ich mache jetzt meinen Flugschein.“ Das war 2009. „Ich dachte erst, sie wäre verrückt geworden“, lacht die heute 16-jährige Wiefelstederin, die kurz darauf ihre Mutter zum Flugplatz Conneforde begleitete. Und in einem zweimotorigen Sportflugzeug mitfliegen durfte: „Da habe ich gemerkt: Das will ich auch – fliegen.“
Ihren 16. Geburtstag am 11. Dezember 2012 konnte sie denn auch kaum erwarten, erzählt die Schülerin der Klasse 10e an der KGS Rastede, denn in diesem Alter dürfen Jugendliche mit der Flugausbildung beginnen. Was nicht heißt, dass das ganz alltäglich ist. „Schon vier Tage nach meinem Geburtstag hatte ich meine erste Flugstunde in Conneforde“, berichtet „Leo“, wie sie auch auf dem Flugplatz offenbar alle nennen. „Sie hätte mit dem Flugunterricht wohl auch an ihrem Geburtstag angefangen, wenn das Wetter besser gewesen wäre“, lacht Fluglehrer Torben Schroeder, der Leona vor dieser ersten Flugstunde „als sehr aufgeregt“ erlebt hatte.
Die Wiefelstederin lernt fliegen in einem Ultraleichtflugzeug – einer A-22 L der Firma „Aeroprakt“, die eines von vier vereinseigenen Flugzeugen der Fliegerfreunde Conneforde ist. Diese dreiachsgesteuerten Ultraleichtflugzeuge dürfen inklusive Personen und Ladung ein Gesamtgewicht von 472,5 Kilo nicht überschreiten. Zur Ausbildung gehört auch für Leona ein Sprechfunkzeugnis sowie eine theoretische Ausbildung, für die sie 120 Stunden pauken und dann eine Prüfung ablegen muss. Und sie muss mindestens 30 Flugstunden absolvieren, fünf davon ganz allein. Und genau diese Alleinflüge hat sie alle noch vor sich – entsprechend aufgeregt ist sie wieder, räumt die 16-Jährige ein. Auch ihre Mutter ist übrigens Ultraleicht-Pilotin.
Frauen, die fliegen, sind auch bei den Fliegerfreunden Conneforde klar in der Minderheit: Von 110 Mitgliedern fliegen gut 50 selbst oder lernen gerade das Fliegen, darunter sind neun Frauen, Leona mitgezählt. Sie ist jedoch definitiv die jüngste Flugschülerin dort.
Bei der Ausbildung hilft ihr die Tatsache, dass sie seit ihrem 12. Lebensjahr viel Zeit auf dem Flugplatz in Conneforde verbracht und bei so manchem Mitflug eine Menge aufgeschnappt und verinnerlicht hat. Die Lizenz zu Fliegen schon beim nächsten Geburtstag in der Tasche – darauf will sie sich dennoch nicht festlegen: „Da ist ja auch noch die Schule“, sagt sie.
