Kreyenbrück - Prävention und Konfliktbewältigung spielerisch erfahrbar machen: Durch Akrobatik-Übungen lernen die Kreyenbrücker Grundschüler der Klasse 3a, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. „Die Kinder lernen hierbei Vertrauen zu geben. Das stärkt den Zusammenhalt“, sagt Klassenlehrerin Waltraud Hoyndorff.

Anlass der Akrobatik-Schulstunden ist das Projekt „Faustlos“, dessen Ziel es ist, die soziale Kompetenz und Kompromissbereitschaft der Schüler zu stärken. Seit zwei Jahren nimmt die Klasse 3a bereits an dem Trainingsprogramm teil. Einmal pro Woche sprechen die Kinder mit ihrer Klassenlehrerin im Unterricht über Empathie, Impulskontrolle sowie den Umgang mit Ärger und Wut. „Wir befinden uns in Kreyenbrück in einem multikulturellen Stadtteil, in dem die Kinder unterschiedliche Wertvorstellungen haben. Mit dem Projekt wollen wir lernen, friedlich und freundlich aufeinander einzugehen“, so Hoyndorff.

Die theoretischen Überlegungen des Unterrichts werden anschließend im Akrobatik-Seminar mit Dirk Meyer (vom Akrobaten-Duo Dirk & Daniel) in die Praxis umgesetzt. Beispielsweise müssen die Kinder in kleinen Gruppen Pyramiden bauen. Auf diese Weise können sie sich austauschen, gemeinsame Lösungen suchen, und sie lernen, sich gegenseitig zu unterstützen. „Man verlangt den Kindern viel ab. Sie müssen diszipliniert sein und immer zuhören“, erzählt Seminar-Leiter Meyer. Das Projekt „Faustlos“ kommt bei den Grundschülern gut an. „Mir machen die Übungen Spaß. Vor allem gefällt mir, dass wir immer neue Figuren ausprobieren“, sagt Klassensprecher Rezan (8). Auch der achtjährige Alperen ist von den Akrobatik-Stunden angetan: „Mir gefällt, dass die Übungen immer in der Gruppe stattfinden.“

Zurzeit ist die 3a noch die einzige Klasse, die an dem Projekt teilnimmt. „Wir haben eine neue Lehrkraft bekommen, die das Konzept auch in ihrer Klassen anwenden will. Unser Ziel ist es, ,Faustlos’ auf jeden Fall weiterzutragen“, betont Waltraud Hoyndorff.