Harkebrügge - Im Takt klatschen die Mädchen und Jungen der Waldgruppe „De Landkieker“ in Harkebrügge in die Hände, während sie im Morgenkreis vor der Holzhütte am Wald sitzen. Musikpädagogin Petra Hollstein stimmt gemeinsam mit den Erzieherinnen Ruth Krause und Karin Schumacher das Lied an. Ein Gast hat sich an diesem Morgen unter die Kindergartenkinder gemischt: Mit Klanghölzern in der Hand reiht sich Barßels Bürgermeister Nils Anhuth in den musikalischen Reigen ein.

Was macht eigentlich ein Bürgermeister? Wie sieht sein Arbeitstag aus? – Diese Fragen hätten den Kindern unter den Nägeln gebrannt, berichtet Karin Schumacher. Prompt luden die Kinder ihn ein. Die Mädchen und Jungen hätten im Gespräch viele Wünsche geäußert, erzählt Barßels Verwaltungschef.

Die Waldgruppe „De Landkieker“ am Harkebrügger See gehört zur Kindertagesstätte „Die Arche“. Derzeit, so erzählt Karin Schumacher, bestehe die Gruppe aus 15 Kindern. Im Gegensatz zu regulären Kindergartengruppen würden die Kinder hier die Natur mit allen Sinnen erleben und deren Vielfalt entdecken, sagt die Erzieherin. Ganzjährig verbringen sie in wetterfester Kleidung täglich jeden Vormittag in der Natur.

Nach dem Morgenkreis ziehen die Mädchen und Jungen samt Bollerwagen und Verpflegung gemeinsam mit Bürgermeister Anhuth und den Erzieherinnen los. Jedes Kind hat seinen eigenen Rucksack dabei. Es geht in den Wald.

Noch immer hätten Waldgruppen mit Vorurteilen zu kämpfen, erzählt Karin Schumacher. Manche Eltern hätten Bedenken, dass ihr Kind nicht ausreichend auf das Schulleben vorbereitet werde, sagt sie. Doch im Gegenteil: die Kinder würden durch das Spielen in der Natur ein positives Körpergefühl bekommen und eine hohe Kreativität, Selbstvertrauen und Fantasie entwickeln. Auch die heimische Tier- und Pflanzenwelt würden sie bewusst wahrnehmen, erklärt die Erzieherin. Vieles ergebe sich aus dem Spiel heraus, meint sie.

Gemeinsam geht es weiter an Büschen und Bäumen vorbei. Auf einer Lichtung macht die Gruppe Halt. Die Erzieherinnen breiten eine große Picknickdecke auf dem Waldboden aus. Die Kinder und der Bürgermeister nehmen Platz. Das gemeinsame Frühstück sei ein festes und wichtiges Ritual, meint Karin Schumacher. Auch Bürgermeister Anhuth hat seine Thermosflasche im Gepäck.