Atens - Die Schüler und Lehrer der Schule am Siel sind sich einig, dass ihr Pausenhof dringend aufgepeppt werden muss. In ihrem jetzigen Zustand gibt die mit roten Klinkersteinen gepflasterte Fläche ein eher trostloses Bild ab. Die Spielmöglichkeiten sind überschaubar. Und der Anreiz, hier zwischen zwei Unterrichtsstunden zu spielen oder sich zu entspannen, ist begrenzt. Deshalb haben sich die Schüler bei einer Projektwoche im vergangenen Jahr Gedanken gemacht, wie ein Schulhof nach ihren Wünschen aussehen könnte. Mit den Anregungen der Kinder und Jugendlichen haben sich in den vergangenen Monaten Studenten des Fachbereichs Freiraumplanung der Hochschule Osnabrück beschäftigt. Am Freitag stellten sie in der Mensa der Schule ihre Entwürfe vor und ernteten dafür viel Applaus.
Begeistert von Entwürfen
Schulleiterin Karen-Silke Seemann zeigte sich schwer begeistert von den Entwürfen, die in einem Projekt unter der Leitung von Professorin Cornelie Stoll entstanden waren. Seit Oktober hatten die Studenten an ihren Entwürfen gearbeitet. Fünf Gruppen stellten jeweils ihren Entwurf für eine Neugestaltung vor. Karen-Silke Seemann sprach von einer klasse Zusammenarbeit. „Besonders gut gefällt mir, dass sich in allen Entwürfen die Anregungen der Schüler wiederfinden.“
Die Idee, bei der Planung eines neuen Schulhofs mit einer Universität oder einer Hochschule zusammenzuarbeiten, kam von Doris Becker. Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Mareike Berg trieb das Projekt voran. Die Studenten erzählten am Rande der gestrigen Präsentation, dass sie viel Spaß an dem Projekt hatten und dass eine solche praxisnahe Arbeit sehr motivierend sei.
Die Studenten konnten unabhängig von einem vorgegeben Kostenrahmen drauflos planen. Und so sind viele spannende Entwürfe mit unterschiedlichen Schwerpunkten entstanden. Die erste Gruppe beispielsweise stellte einen Pausenhof mit zehn verschiedenen Themeninseln vor, die zum Spielen, Bewegen oder einfach nur zum Entspannen einladen.
In einem anderen Entwurf griffen die Studenten regionaltypische Landschaftsmerkmale auf. So entstanden kleine Dünen mit Tunnelsystemen, Deiche, Reetdächer, Buhnen und ein zehn Meter hoher Leuchtturm mit angekoppelten Rutschen. Eine in Gelb gehaltene Hügellandschaft in Kontrast zum platten Land gab’s ebenfalls zu sehen. Klettergerüste, eine Wasserburg, eine Handy-Ecke, ein Multifunktionsspielfeld, ein Außenbereich für die Mensa, eine Tribüne und vieles mehr haben die Studenten in ihre Planungen aufgenommen.
Die Arbeitsgruppe Pausenhof will sich nun mit den Entwürfen beschäftigen und in Abstimmung mit dem Schulträger die Machbarkeit prüfen. Bastian Röben von der Liegenschaftsverwaltung des Landkreises konnte sich am Freitag schon mal einen Eindruck von den Entwürfen verschaffen.
Nicht in einem Rutsch
„Dass die Umsetzung nicht in einem Rutsch passieren wird, ist völlig klar“, sagte die Schulleiterin. Und dass der Landkreis einen zehn Meter hohen Leuchtturm zum Spielen anschaffen wird, ist auch eher unwahrscheinlich. Für die Anregungen sind Schule und Schulträger aber dankbar. Für Professorin Cornelie Stoll und die Studentengruppe gab es als Dankeschön kleine Präsente zum Abschied.
