Einswarden - Durch praxisnahen Unterricht mit vielen Experimenten das Interesse an der Chemie zu wecken, ist das Ziel einer mittlerweile seit gut zehn Jahren bestehenden Kooperation zwischen der Oberschule am Luisenhof und der Nordenhamer Zinkhütte. Auch wenn der ursprüngliche Grund für die Zusammenarbeit mittlerweile entfallen ist, will das Unternehmen die Schule weiterhin dabei unterstützen, Schüler für den Beruf des Chemikers zu interessieren und für die Ausbildung fit zu machen.

Das ist das Ergebnis eines Informationsbesuches, zu dem Schulleiter Rainer Janßen das Mitglied der Zinkhütte-Geschäftsleitung, Dr. Günter Halle, den bald in den Ruhestand gehenden Ausbildungsleiter Uwe Pargmann und dessen Nachfolger Ralf Peltzer in der Schule begrüßte. Sie nutzten die Gelegenheit, an einer Unterrichtsstunde der jahrgangsübergreifenden Chemie-Arbeitsgemeinschaft teilzunehmen.

Als vor gut zehn Jahren die Schule am Luisenhof aufgrund fehlender Fachlehrer nicht mehr in allen Jahrgängen Chemie-Unterricht erteilen konnte, sprang die Nordenhamer Zinkhütte in die Bresche. Sie finanzierte der Schule für ihre Neunt- und Zehntklässler Chemiekurse bei Dr. Wolfgang Meiners in der Umweltstation in Iffens.

„Wir sehen es als unsere gesellschaftliche Verpflichtung an, die Schulen zu unterstützen. Denn gut ausgebildete Schüler aus der Region sind einfacher in den Betrieben zu integrieren“, sagte Günter Halle. Das gelte besonders für die naturwissenschaftlichen Fächer, in denen es darauf ankomme, nicht nur trockene Formeln zu vermitteln, sondern mit praxisbezogenem Unterricht und Experimenten das Interesse dafür zu wecken.

Obwohl jedermann, auch Kinder und Jugendliche, im täglichen Alltag es mit Produkten der Chemie zu tun hätten, sei das Interesse an einer Ausbildung in diesem Bereich nicht sehr groß. So habe die Nordenhamer Zinkhütte im vergangenen Jahr die fünf Ausbildungsplätze nicht ausschließlich mit Bewerbern aus Nordenham und Umgebung besetzen könne, berichtete Ausbildungsleiter Uwe Pargmann.

Gebessert hat sich, was die Zahl der Fachlehrer betrifft, die Situation an der Oberschule am Luisenhof. Dort wird nicht nur der vorgesehene Unterricht in den naturwissenschaftlichen Fächern erteilt, sondern auch eine Chemie-Arbeitsgemeinschaft „Jugend forscht und experimentiert“ angeboten. Um die kümmern sich Fachbereichsleiter Steffen Seel sowie die Fachlehrer Catharina Kobbe, Natalia Bodenhagen und Dr. Kai-Oliver Schäfer.

Weil nun keine Kurse mehr in der Umweltstation Iffens finanziert werden müssen, spendiert die Nordenhamer Zinkhütte der Chemie-AG Materialien und Geräte für das Experimentierten. Zudem finanziert das Unternehmen jeweils einer 9. Klasse die Teilnahme am zweitägigen Berufsorientierungsseminar in Stapelfeld, berichtete Schulleiter Rainer Janßen.