Elsfleth - Ihre Nachfolge an der Grundschule Elsfleth ist noch immer nicht geregelt. Auch deshalb startet die Leiterin Margret Schnars nun etwas betrübt in ihre passive Phase der Altersteilzeit. Ein kommissarischer Leiter der Grundschule sei mit dem Konrektor der Oberschule Elsfleth, Sönke Ehmen, vorrübergehend gefunden worden. Die ehemalige Konrektorin und Grundschullehrerin Antje Boedecker werde ihn unterstützen. Das sei jetzt amtlich, sagt Margret Schnars. Irgendwie müsse es ja weiter gehen.
Für Margret Schnars und ihre Familie jedenfalls geht es auch weiter. Und das sogar mit einem neuen Lebensabschnitt. Erstmals verreisen Margret und ihr Mann Hartmut Schnars im September, und nicht, wie in den zurückliegenden Jahrzehnten üblich, während der Schulferien. Darüber freut sich die Lehrerin sehr, die im Jahr 1952 das Licht der Welt erblickte und sechs Jahre später in einer Dorfschule in Driever im Kreis Leer eingeschult wurde. Lehrerin ist sie seit 40 Jahren: Im Dezember 1973 trat sie ihre erste Stelle in Rodenkirchen an und blieb dort bis 1995, danach wechselte sie als Konrektorin an die OS Brake-Nord. Ab 2003 war sie Schulleiterin in Elsfleth.
Ein Blick zurück
Zurückblickend auf die Jahre in Elsfleth erinnert sie sich an das alte Schulgebäude, das dringend saniert werden musste. „Die Toiletten befanden sich noch außerhalb des Hauses“, sagt sie. Sieben Jahre hätte es bis zu einer Sanierung und einem Umbau gedauert. Die Schule sei renoviert worden, die Arbeiten aber längst noch nicht abgeschlossen. Einige Räume im Altbau und das Treppenhaus müssten noch grundsaniert werden, auch die Heizung sei überholungsbedürftig. Margret Schnars lobt ausdrücklich die Zusammenarbeit mit dem Bauamt der Stadt Elsfleth. Nicht so gut zu sprechen ist sie auf andere Entscheidungsträger. Dass beispielsweise die vakante Hausmeisterstelle nicht mehr adäquat besetzt worden ist, ärgert sie immer noch. Dass sei ein Indiz dafür, welchen Stellenwert Grundschulen allgemein in der Gesellschaft genießen würden. Die kleineren Schulen würden alle an die Wand gefahren, merkt sie an.
Die mangelnde Unterstützung seitens der Politik ist sicherlich ein Grund, weshalb so viele Grundschulleiterstellen zurzeit unbesetzt sind. Im Schulverwaltungsblatt, Regionalabteilung Osnabrück, sind es 18 Stellen, 13 davon wurden zum wiederholten Mal ausgeschrieben. Ein anderer Grund ist die immense Belastung auch außerhalb des eigentlichen Unterrichts. Die bürokratischen Fesseln, die man den Lehrern anlegte, würden die Pädagogen eher lähmen als beflügeln. Der Aufwand, beispielsweise die Lernentwicklung von Schülern zu dokumentieren, sei mehr geworden.
Schule müsste ganz umgekrempelt werden, man sollte projektartig arbeiten, um den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Kinder in einem sich schnell verändernden sozialen Umfeld gerecht zu werden. In diesem Zusammenhang verwies sie auf die Inklusion, die ihrer Meinung nach richtig ist, und nicht nur auf die Schule reduziert werden dürfte. Die Möglichkeiten dazu müssten vorhanden sein. Ressourcen aber würden fehlen, betont Margret Schnars.
Kein offizieller Abschied
Am 31. Juli endet nun ihre aktive Zeit als Lehrerin. Heute Morgen wird sie von Schülern und Kollegen verabschiedet. Sie habe sich keinen offiziellen Abschied gewünscht, sagt sie. Ihr Resümee: „Ich habe das mit Leib und Seele gemacht“, stellt sie sachlich fest. Die Schulleiterin hat in Elsfleth bleibende Spuren hinterlassen. Es ist zu hoffen, dass bald ein Nachfolger in ihre Fußstapfen tritt.
