Garrel - Rund 120 Jungen und Mädchen der siebten Klassen der Garreler Oberschule haben sich am Montag mit dem Thema Mobbing beschäftigt. Dazu hatte die Schule eigens das „Spotlight-Theater“ aus Münster eingeladen, das sich auf die pädagogische Arbeit zu diesem Thema spezialisiert hat.
Die Theatergruppe um Andreas Raude war bereits im vergangenen Jahr zu Gast an der Schule, wie die Beratungslehrerin Annette Fischer-Kösterke und die Sozialpädagogin Tanja Abeln erläuterten. Zusammen mit Waltraud Nüsse (Projekt Bildung und Teilhabe) haben sie den „Anti-Mobbing-Tag“ an der Garreler Oberschule begleitet.
Der Tag soll die Mädchen und Jungen für das Problem Mobbing sensibilisieren, sagt Fischer-Kösterke und verweist darauf, dass er zum jährlichen Stundenplan gehört. Aber: Der Kampf gegen Mobbing ist nicht auf diesen Tag reduziert, sagen Fischer-Kösterke und Abeln. Auch mehrere Schüler, die zu so genannten Coaches ausgebildet worden sind, sind Ansprechpartner für dieses Thema.
Der Projekttag begann mit einer kurzen Vorstellung des „Spotlight-Theaters“, die ein offenes Ende hatte. Zurück in den Klassen, erarbeiteten die Siebtklässler mögliche Varianten des weiteren Verlaufs des Stücks. Später gingen sie mit den Theaterpädagogen in getrennten Gruppen ans Eingemachte: „Dabei sind die Mädchen und Jungen erstaunlich offen“, so Fischer-Kösterke. Der Tag endete im Forum, wo die Theatergruppe das Stück zu Ende spielte. Anschließend gaben die Mitglieder den Klassenlehrern ein Feedback.
Auch im kommenden Jahr sollen sich die Siebtklässler mit dem Thema befassen. Die Gemeinde unterstützt das Projekt auf drei Jahre finanziell. Nach dem Abschluss im Forum bedankte sich Konrektorin Alexandra Stolle bei den Darstellern.
Nach Angaben der Theatergruppe ist mindestens jedes zehnte Kind im Laufe seiner Schulzeit von Mobbing betroffen, beinahe jedes achte Kind übt selbst aktives Mobbing aus. Mobbing beginnt oft mit Hänseleien und führt über permanente Erniedrigung zur Ausgrenzung und vollkommenen Isolierung. Die Auswirkungen sind verheerend. Sie reichen von Angstzuständen über psychosomatische Erkrankungen bis zum Selbstmord.
