Ammerland - „Es ist ein Leichtes, im Ammerland an Ecstasy zu kommen, man braucht nur eine Disco oder eine Party zu besuchen, dort gibt es fast immer Leute, die einem etwas anbieten“, sagt Rieke Kolodzie (17) aus Edewecht. „Neugierde und die Freunde, die einen auffordern, die Pillen auch zu nehmen, spielen bei den Jugendlichen sicherlich auch entscheidende Rollen, dass sie Ecstacy nehmen“, ergänzt der junge Ocholter Timo Reimers (19). „Viele Jugendliche wissen gar nicht, wie gefährlich Ecstacy ist“, meint Anna Lena Töpken (17) aus Westerstede und Julius Zierrath (17) aus Ocholt glaubt, dass „viele Jugendliche einfach nur cool sein wollen und meinen, sie seien das, wenn sie sich solche Pillen reinwerfen.“.
Rieke, Timo, Anna Lena und Julius haben sich in den vergangenen Wochen intensiv mit Ecstasy beschäftigt. Die jungen Leute, die in Rostrup das Berufliche Gymnasium Gesundheit und Soziales besuchen, haben ihr Präventionsprojekt „XTC“ gestartet (XTC steht für Ecstasy). Dabei wollen sie Jugendliche für die Gefahren von Ecstasy sensibilisieren.
Thema Drogen
„Im Zuge der Vorbereitung auf das Abitur haben wir uns mit Drogenmissbrauch beschäftigt und am Thema Ecstasy weitergearbeitet“, berichtet Rieke. „Gerade Ecstacy ist als Partydroge bei Jugendlichen zwischen 15 und 21 Jahren sehr beliebt. Deshalb ist es wichtig, präventive Angebote zu machen“, sagt Anna Lena. Fachwissen habe das Quartett unter anderem bei Gesprächen bei der Suchtberatung „Rose 12“ erhalten.
„Wir haben verschiedene Schulen angeschrieben und angeboten, eine Unterrichtseinheit von eineinhalb Stunden zum Thema Ecstasy zu gestalten“ ergänzt Timo. Die Robert-Dannemann-Schule in Westerstede habe dieses Angebot aufgegriffen und so sei das Quartett zu Gast in einer 10. Realschulklasse gewesen, die sich schon zuvor mit den Gefahren von Drogen auseinandergesetzt hatte.
Anhand eines selbst entwickelten Fragebogens haben die BBS-Schüler die Westersteder Zehntklässler anonym nicht nur nach ihren Drogenerfahrungen befragt, sondern auch nach ihrem Wissen über Ecstasy. „Einige Jugendliche, so haben wir erfahren, haben bereits mit 12 bis 14 Jahren erste Drogenerfahrungen gemacht. Das fanden wir genauso bemerkenswert wie die Tatsache, dass viele kaum etwas über die Gefahren von Ecstasy wussten und schon gar nicht darüber informiert sind, dass der Konsum der Pillen sogar zum Tod führen kann“, sagt Rieke.
Natürlich habe man auch darüber gesprochen, was man tun könne, wenn Freunde einen bedrängten, auch die Partypillen zu nehmen. Standhaft bleiben und sich seine Glücksmomente woanders suchen, z.B. beim Bungee-Springen, bei Hobbys oder in der Natur, lautet die Antwort der BBS-Schüler. „Mit Wille geht’s auch ohne Pille“. heißt das Fazit des Quartetts,, das dieses Motto auch über Projekt stellt.
Angebot für Schulen
„Mit unserem Projekt, das wir nun reflektieren und das von zwei Lehrern benotet wird, sind erhebliche Kosten verbunden und deshalb sind wir auf Sponsorensuche“, sagt Rieke. Gern sei das Quartett bereit, in weiteren Schulen über die Gefahren von Ecstacy zu informieren. Interessierte können sich unter
