Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Schulen Mitten im Schuljahr auf 9 Klassen erweitert

Stadland - Viele Flüchtlingsfamilien bringen schulpflichtige Kinder mit. Das zeigt sich in den beiden Rodenkircher Schulen deutlich, wie die Rektoren Elke Kuik-Janssen von der Grundschule und Jürgen Janssen von der Oberschule am Mittwoch im Schulausschuss des Rates berichteten.

Die Grundschule musste sogar mitten im Schuljahr, nämlich zum 1. Februar, von acht auf neun Klassen erweitern. Denn der von Anfang an sehr starke erste Jahrgang ist durch Flüchtlingskinder über die Teilungsgrenze gekommen, so dass es jetzt drei erste Klassen gibt, wie Elke Kuik-Janssen schilderte.

Auf dem Flur lernen

Das vergrößert die Raumnot, denn jetzt gibt es nur noch einen Fachraum – den für Werken. Sprachlernunterricht für die Flüchtlingskinder findet in der Bücherei, im Rektorenzimmer oder in Nischen der Flure statt. Keiner der Neulinge sprach Deutsch.

Dennoch betrachten die Schüler ihre neuen Klassenkameraden keineswegs als Belastung, sondern nehmen sie an die Hand, um ihnen die neue Umgebung zu zeigen, betonte Elke Kuik-Janssen. Die Flüchtlingskinder ihrerseits beeindruckten Lehrkräfte und Mitschüler mit ihrer Lernwilligkeit: „Sie freuen sich, dass sie in die Schule gehen dürfen.“

169 Kinder besuchen die Grundschule, darunter 12 aus Flüchtlingsfamilien. 5 von ihnen kommen aus Syrien, die übrigen vom Balkan, darunter mehrere Roma, die in ihrer Heimat diskriminiert wurden und keine Schule besuchen durften. Einige Flüchtlingskinder sind traumatisiert, was sich sowohl in starker Zurückgezogenheit als auch in Aggressivität äußern kann.

Im Namen der Schülervertretung forderte Elke Kuik-Janssen neue Geräte für den Spielplatz auf dem Schulhof. Einige seien abgebaut, aber nicht ersetzt worden.

Starken Zuwachs meldete auch Jürgen Janssen von der Oberschule. Die Zahl der Schüler sei deutlich auf 347 gestiegen – 163 weibliche und 184 männliche. Das liegt nicht nur an den 34 Flüchtlingskindern, sondern auch daran, dass Braker Eltern ihre Kinder wegen der Vorfälle an der Integrierten Gesamtschule (NWZ  berichtete) an der Rodenkircher Oberschule anmelden.

Die Schüler aus Flüchtlingsfamilien bringen sehr unterschiedliche Voraussetzungen mit sich. Einige haben gute Schulerfahrungen gemacht, andere sind Analphabeten. Das mache sehr viel Arbeit, die sich aber auch lohne, sagte Jürgen Janssen. Eine Sprachlernklasse wurde eingerichtet, für eine zweite fehle der Platz.

Drei Systeme

Die Oberschule beherbergt drei Systeme unter einem Dach. Bis einschließlich Klasse 8 ist die Oberschule verwirklicht, 192 Schüler besuchen sie. Dazu kommen 81 Realschüler und 74 Hauptschüler. 38 Lehrerinnen und Lehrer bieten eine Unterrichtsversorgung von 96,4 Prozent. Es werde immer schwieriger Stellen zu besetzen, stellte Janssen fest.

Henning Bielefeld
Henning Bielefeld Redaktion Nordenham (Stv. Leitung), Redaktion Stadland
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Interview
Gilt als Kämpferin für Behindertenrechte: die Europa-Abgeordnete Katrin Langensiepen (Grüne) vor dem Werbeplakat „Ein Fest für Europa“ am Kröpke in Hannover

EUROPA-ABGEORDNETE KATRIN LANGENSIEPEN (GRÜNE) Sie kämpft in der EU für die Rechte der Menschen mit Behinderung

Stefan Idel Büro Hannover
Die Mitglieder vom BSV Kickers Emden stimmen am Donnerstagabend für die Ausgliederung der ersten Herren in eine GmbH.

BALLSPORT IN OSTFRIESLAND Mitglieder geben Grünes Licht für die Kickers-Emden-GmbH

Lars Möller
Emden
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden