Rastede - Integration ist in den Rastede schon längst kein abstrakter Begriff mehr – gerade die Schulen haben sich auf die neuen Schüler, die mit teils nur wenig bis gar keinen Deutschkenntnissen in den Unterricht kommen, eingestellt. Im Schulalltag hat sich seitdem so einiges verändert.

Bestes Beispiel: die Grundschule Feldbreite, an der momentan 29 Flüchtlingskinder unterrichtet werden. „Für diese Kinder haben wir im Februar eine spezielle Klasse, die Sprachlernklasse, eingerichtet“, berichtet Schulleiterin Anna Homann. Dort würden die Kinder von einer Lehrkraft, die im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ geschult ist, gefördert. „Sie kommen in die reguläre Klasse, sobald sie dem Unterricht auf deutsch folgen können“, so Homann. Der Zeitpunkt werde bei jedem Kind individuell bestimmt – je nach Lerngeschwindigkeit.

Anders, aber nicht weniger erfolgreich, wird die Integration an anderen Grundschulen gehandhabt: „Wir haben nur zwei Flüchtlinge hier“, berichtet Kerstin Stelljes von der Grundschule Leuchtenburg. „Daher kommen die Kinder von Anfang an mit in die normalen Klassen und erhalten eine extra Lernförderung.“ Zudem seien sie im Ganztagsprogramm untergebracht. „Zuhause würden sie wahrscheinlich kein Deutsch sprechen, so aber lernen sie schneller“, meint Stelljes.

Ähnlich ist es in Loy und in Kleibrok. Eine Sprachlernklasse gebe es nicht, aber dafür eine extra Lernförderung, verrät Barbara Karsch, Konrektorin an der Grundschule Kleibrok. Dort werden 13 Flüchtlingskinder unterrichtet. In Fächern wie Deutsch erhielten die Kinder gesonderten Unterricht in „Deutsch als Fremdsprache“ oder bekämen eine spezielle Lehrkraft zur Seite gestellt, um den Inhalten folgen zu können. „Es hat sich bewährt, die Kinder nicht aus der Klasse herauszuholen“, so Karsch. „Dadurch sind sie sehr gut integriert.“

Das Prinzip der Grundschulen wird auch an der Kooperativen Gesamtschule Rastede fortgeführt: „Es gibt hier zwei Sprachlernklassen“, so Schulleiter Gerd-Joachim Kip. Dennoch seien die Kinder festen Klassen zugeordnet, bei denen sie an einzelnen Unterrichtsstunden teilnehmen könnten, zum Beispiel Sport.

Schwierig sei nur, die Kinder mit unterschiedlichen Bildungsvoraussetzungen angemessen zu fördern. „Manche müssen erst alphabetisiert werden, andere beherrschen schon zwei Sprachen.“ Dass die Förderung dennoch gut funktioniert, beweisen die Schüler schon selbst: „Es ist schön zu sehen, dass viele ein hohes Bildungsbewusstsein haben“, freut sich Kip. „Die ersten haben sich jetzt das Ziel gesetzt, die gymnasiale Oberstufe zu erreichen.“