Bürgerfelde - Ecken und Kanten hat der runde Tisch zur Zukunft des Hauses der Jugend schon vor seiner Gründung gehabt: Selten wurde vor der eigentlichen Debatte so viel diskutiert, wie in den beiden zuständigen Ausschüssen.
Nachdem bekannt wurde, dass der Standort an der Alexanderstraße/Ecke von-Finckh-Straße keine Zukunft mehr habe, ging es in den Sitzungen für Jugendhilfe und Bauen hoch her. Ein Erhalt des sanierungsbedürftigen Bauwerks aus den 60er Jahren lohne sich nach eingehender Prüfung rein rechnerisch nicht, argumentierte die Stadtverwaltung und versprach, alle Betroffenen an der Lösungssuche – dem Verbleib der derzeit auf dem Gelände untergebrachten VHS-Jugendwerkstatt, dem Amt für Jugend und Familie und des Stadtjugendrings – zu beteiligen.
Am Freitag waren nun Vertreter aller Parteien und beratenden Mitglieder zu einem ersten Treffen am Artillerieweg eingeladen. Und die Stadtverwaltung legte auch gleich ein Konzept auf den Tisch: Gleich gegenüber, in einem ehemaligen Dekra-Gebäude biete sich ein Neustart an. Der rund 450 Quadratmeter große Klinkerbau sei geprüft und als geeignet befunden worden, sagt Stadt-Pressesprecher Reinhard Schenke. Sicherlich wären einige Umbaumaßnahmen nötig.
Ob die ausreichen würden, will Simon Kurka nun mit den Mitgliedsvereinen beraten. Der Vorsitzende des Stadtjugendrings freut sich erstmal „über klare Ansagen“. Mit am runden Tisch zu sitzen war ihm wichtig, die Gespräche seien mittlerweile auch „transparenter, als gedacht – mit Luft nach oben.“ Gleich in Augenschein genommen, biete sich zumindest viel Platz auf dem anvisierten Areal – Schotterfläche, die derzeit vom nebenan ansässigen Katastrophenschutz THW und der Feuerwehr genutzt wird. Dort gebe es die Möglichkeit, Rasen zu sähen und Bäume zu pflanzen, was den Pfadfindern als Dauergästen des Stadtjugendrings entgegenkommen würde. „Wir haben von der Verwaltung die Zusage, mitgestalten zu können“, sagt Simon Kurka. Ob die Mitgliedsvereine alle jubeln, werde sich noch zeigen. Er selbst sei „verhalten optimistisch.“
Fest steht: Nichts ist sicher. Erneut aufgetischt haben nämlich auch Sprecher der Grünen und Linken/Piraten die Idee, das Anwesen an der Alexanderstraße zu behalten – „als innenstadtnahes Sahnestück“ – und dort neu zu bauen. Auch die Stadtverwaltung bezeichnet das erste Treffen ganz realistisch als „Einstieg in die Debatte“.
Bis alle Ecken und Kanten ausgebügelt sind, wird sicher nicht nur am runden Tischen weiterdiskutiert werden.
